Die europäische Luftsicherheitsagentur EASA schätzt, dass bis 2035 jährlich 13.000 Überschallflüge im europäischen Luftraum stattfinden könnten. Dies geht aus einer Analyse zu Marktentwicklungen im Überschallbereich hervor, wie "Flightglobal" berichtete.
Die Schätzung ist Teil einer Studie zu Flugbetrieb oberhalb von 55.000 Fuß (rund 16.700 Meter). Die prognostizierte Nachfrage sei signifikant, bleibe aber gering im Vergleich zur konventionellen Luftfahrt.
Die aktuelle Einschätzung fällt laut Angaben optimistischer aus als eine frühere Analyse. Das Sesar Joint Undertaking hatte im Juli 2022 deutlich geringere Zahlen prognostiziert.
Damals ging die Partnerschaft zur Modernisierung des Flugverkehrsmanagements von etwa acht täglichen Hin- und Rückflügen im europäischen Luftraum für 2035 aus.
Die Basis bildete eine konservative Annahme von zehn Prozent Umstieg von Unterschall- auf Überschallflüge.
Erfolg hängt von Projektfortschritten ab
Die EASA-Prognose setzt erhebliche Fortschritte bei Überschallflugzeug-Projekten voraus. Mehrere kommerzielle Entwicklungen seien gescheitert. Investoren hätten sich zurückgezogen angesichts ökologischer und ökonomischer Herausforderungen.
Zu den gescheiterten Projekten zählt der Geschäftsjet Aerion AS2. Das Overture-Projekt des amerikanischen Unternehmens Boom Supersonic erscheine am weitesten fortgeschritten. EASA stuft es als einziges ausgereiftes Projekt ein, das vor 2035 Überschallflugzeuge liefern könnte.
Produktionspläne und Absichten potenzieller Kunden ermöglichen Schätzungen zum Luftraumbedarf. American Airlines, United Airlines und Japan Airlines haben Interesse bekundet.
Szenario mit 33 täglichen Flügen
Die Analyse skizziert ein mittleres Szenario mit 33 täglichen Flügen. Die Spannbreite der Prognose ist erheblich, so "Flightglobal". Dies verdeutlicht die Unsicherheit über die Entwicklung der Überschallluftfahrt.
Eine Wiederbelebung erfordert Lösungen für Umweltprobleme. Dazu zählen der Überschallknall und hoher Treibstoffverbrauch. Zudem muss die wirtschaftliche Gleichung aufgehen. Zeiteinsparungen und Service müssen Passagiere überzeugen, Aufpreise zu zahlen.
Am 21. Januar 1976 nahmen British Airways und Air France gleichzeitig den Concorde-Linienbetrieb auf. Die beiden Fluggesellschaften betrieben den Typ fast 28 Jahre lang. Seitdem bleibt die kommerzielle Luftfahrt im Unterschallbereich.