China hat ein überarbeitetes Luftfahrtgesetz verabschiedet, das erstmals unbemannte Luftfahrzeuge formal reguliert. Der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses billigte die Änderungen am Zivilluftfahrtgesetz am 27. Dezember, wie staatliche Medien berichteten. Die Neuregelung ergänzt Bestimmungen zur Lufttüchtigkeitszertifizierung für Drohnen und schließt damit eine zentrale Regulierungslücke.
Die Überarbeitung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Chinas "low-altitude economy" – eine nationale strategische Initiative für kommerzielle Aktivitäten unterhalb von 3000 Metern – stark wächst. Laut Schätzungen der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, der Universität Peking und der chinesischen Zivilluftfahrtbehörde CAAC soll der Sektor bis 2030 auf mehr als zwei Billionen Yuan (rund 239 Milliarden Euro) wachsen, von 1,5 Billionen Yuan im Jahr 2025.
Nach den neuen Regeln, die am 1. Juli kommenden Jahres in Kraft treten, müssen alle Unternehmen, die an Design, Produktion, Import, Wartung und Betrieb von Drohnen beteiligt sind, eine Lufttüchtigkeitszertifizierung erhalten. Drohnenhersteller werden verpflichtet, jeder Einheit einen eindeutigen Produktidentifikationscode zuzuweisen, der den relevanten nationalen Vorschriften entspricht.
China hatte bereits 2024 "vorläufige Regelungen" für unbemannte Luftfahrzeuge eingeführt. Diese legen fest, dass zivile unbemannte Luftfahrzeuge unter Klarnamen registriert werden müssen. Zudem wird darin festgelegt, dass Mikro-, leichte und kleine zivile unbemannte Luftfahrzeuge keine Lufttüchtigkeitszertifizierung benötigen, während mittlere und große sich bei der CAAC um eine solche Zertifizierung bewerben müssen.
Aufsicht hinkte Marktwachstum hinterher
Da Chinas Drohnenmarkt schnell expandiert ist, hinkte die Aufsicht hinterher. In den vergangenen Jahren meldeten mehrere Städte Flugverspätungen, die durch illegale Drohnenoperationen verursacht wurden, was zu Geldstrafen und anderen Strafen führte.
Die verschärften Anforderungen werden Hersteller wie DJI, den weltweit größten Hersteller von Verbraucherdrohnen, und EHang, der Passagierdrohnen produziert, betreffen.
Die Drohnenlogistik ist zu einem wichtigen Treiber von Chinas Niedrigflughöhen-Wirtschaft geworden. Laut Daten des Verkehrsministeriums wurden im Jahr 2024 insgesamt 2,7 Millionen Pakete mit allem von Hamburger-Mittagessen bis hin zu lebensrettenden Medikamenten ausgeliefert.
E-Commerce- und Essenslieferführer wie JD.com und Meituan haben lange über Investitionen in Drohnenlogistik gesprochen, um die Effizienz der Lieferkette zu verbessern. JD Logistics hat Drohnenliefernetzwerke in Jiangsu, Shaanxi und Sichuan getestet und erklärt, dass Drohnen die Versandzeiten für ländliche Kunden um bis zu 70 Prozent reduzieren können.