Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers will die Randbebauung des Tempelhofer Feldes ohne neuen Volksentscheid durchsetzen. Er wertet die Berlin-Wahl am 20. September als Votum über die Pläne für den Wohnungsbau. "Diese Wahl ist für mich auch eine Abstimmung über eine Randbebauung am Tempelhofer Feld", sagte der kommissarische CDU-Landesvorsitzende dem "Tagesspiegel". Eine Volksbefragung sei in Berlin nach geltendem Recht nicht möglich.
Der Volksentscheid von 2014, der eine Bebauung des ehemaligen Flughafens untersagte, liege zwölf Jahre zurück, die Wohnungsnot sei seither deutlich gewachsen, so Evers. Sollten die Wähler der CDU das Vertrauen aussprechen, wolle er das Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes ändern lassen. Die Randbebauung mit Wohnhäusern sei auch eine Frage der Gerechtigkeit: Rund 50.000 Menschen könnten am Tempelhofer Rand ein neues Zuhause finden, ohne dass das 200 Hektar große grüne Herz der Fläche angetastet werden müsse.
Kritik von Grünen und SPD an den Bebauungsplänen wies Evers zurück und verwies auf Umfragen, wonach auch eine Mehrheit der Grünen-Wähler die Randbebauung unterstütze. Die bisherige Regierungszeit des schwarz-roten Senats, dem er als Finanz- und Kultursenator angehört, wertete er als Erfolg.