Die Bundesregierung hat am Mittwoch eine Krisenreaktionsübung zur Entführung eines zivilen Flugzeugs im deutschen Luftraum durchgeführt. Das Kabinett unter Vorsitz von Bundeskanzler Friedrich Merz traf dabei in Echtzeit eine Entscheidung zur Gefahrenabwehr, die anschließend durch Bundeswehr und Sicherheitsbehörden umgesetzt wurde, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit.
Im Übungsszenario handelte es sich um ein gestohlenes Zivilflugzeug, das als potenzielle Waffe eingestuft wurde. Das Flugzeug durchquerte in der Simulation Deutschland von Süden nach Norden; mögliches Ziel war eine fiktive Großveranstaltung.
In dem sogenannten Renegade-Szenario wurde das Flugzeug auf Kabinettsbeschluss von einer Alarmrotte der Bundeswehr aus zwei Eurofighter-Kampfflugzeugen abgefangen und bis zur Landung auf einem Flugplatz in Norddeutschland begleitet. Die Entscheidung fiel in hybrider Form unter Nutzung sicherer Kommunikationswege.
Die Übung geht auf einen Beschluss des Nationalen Sicherheitsrats zurück. Sie soll demonstrieren, dass Deutschland über die notwendigen Mittel verfügt, um Bedrohungen im Luftraum schnell und angemessen zu begegnen.