Boeing muss 777X-Strukturtests aussetzen

Boeing hat neue Probleme mit der 777X: US-Medienberichten zufolge wurde bei einem Strukturtest unter Druck eine Tür herausgesprengt. Das Programm ist bereits verzögert. Lufthansa ist ein Erstkunde für das neue Langstreckenflugzeug.

Der Rumpf der ersten Boeing 777-9 ist fertiggestellt. © Boeing
Folding Raked Wingtip beim Rollout der ersten Boeing 777-9 in Everett © AirTeamImages.com / Dipankar Bhakta
Für den neuen zweistrahligen Riesen-Jet liegen Bestellungen von sieben Airlines vor. © Boeing
Das Bild zeigt eine Animation der Boeing 777-9 in der aktuellen Lufthansa-Livery. © Boeing

Inmitten der Krise um seine Maschinen vom Typ 737 Max hat der US-Flugzeugbauer Boeing einen neuen Rückschlag erlitten. Nach technischen Problemen musste das Unternehmen die Strukturtests am neuen Langstreckenflieger 777X vorerst aussetzen.

US-Medienberichten zufolge war am Donnerstag bei einem Druck-Test am Boden eine Frachttür des Textflugzeugs abgebrochen und explosionsartig nach außen geschleudert worden. Wie die "Seattle Times" berichtet, wurde bei dem Vorfall niemand verletzt.

Wie AFP aus übereinstimmenden Quellen berichtet, traten die technischen Probleme bei einem Test auf, bei dem auch Inspekteure der US-Luftfahrtbehörde (FAA) anwesend waren. Es habe sich um einen Druckausgleich-Test für Extremsituationen gehandelt.

Im 777X-Programm werden zwei Testmaschinen für Strukturtests am Boden genutzt. Sie werden niemals abheben. Stattdessen werden an ihnen strukturelle Belastungen simuliert - bis hin zu Extremlasten, die in normalen Flugsituationen nicht erreicht werden.

777X-Programm bereits verzögert

Der Vorfall werde untersucht, teilte ein Boeing-Unternehmenssprecher am Freitag der Nachrichtenagentur mit. Genauere Angaben machte er nicht. Ebenfalls keine Angaben machte der Sprecher dazu, ob wegen des Vorfalls der Termin für den ersten geplanten Testflug verschoben werden muss, der derzeit Anfang 2020 vorgesehen ist.

Ursprünglich hätte der erste Testflug des 777X bereits in diesem Sommer stattfinden sollen. Der Zeitplan für den neuen Langstreckenflieger musste aber im Juli verschoben werden, der Jungfernflug wurde dabei neu auf Anfang 2020 datiert.

Als Grund gab Boeing dabei Probleme mit dem GE9X-Triebwerk an, das von General Electric gefertigt wird. Am Ziel, Ende 2020 die ersten 777X-Maschinen auszuliefern, hielt Boeing aber fest.Die Lufthansa ist einer der Erstkunden für das Flugzeugs und hat 34 der Maschinen mit den "Folding Raked Wingtips" bestellt.

© Boeing, Lesen Sie auch: Boeing verschiebt Erstflug der 777X

Die spezielle Flügelkonstruktion ist aber nicht die einzige X-Neuerung im Vergleich zur bisherigen 777. Die Fenster sind größer und höher angebracht. Zudem wird die Kabine innen rund zehn Zentimeter breiter. Gleichzeitig sollen auch ein höherer Kabinendruck sowie mehr Luftfeuchtigkeit den Aufenthalt an Bord erträglicher machen.

Die Entwicklung der angekündigten ultralangstreckenfähige 777-8X hatte Boeing bereits verschoben, da auch die aktuellen 737-Max-Probleme Kapazitäten binden. Boeing steckt derzeit tief in der Krise, für die 737 Max gilt nach zwei Abstürzen seit März ein weltweites Flugverbot.

Von: dh mit AFP

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