Tuifly will Eurowings bei der Einführung der Boeing 737 Max 8 mit Cockpitpersonal unterstützen. Bis zu 32 Piloten sollen von April 2027 bis November 2028 im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung bei Eurowings fliegen.
Den Weg dafür ebnet eine Einigung mit der Vereinigung Cockpit (VC), über die die Gewerkschaft am Mittwoch in einem Rundschreiben informierte. Die Vereinbarungen stehen noch unter Gremienvorbehalt.
Eurowings habe Tuifly gebeten, die Einführung des Typs in den kommenden zwei Jahren mit erfahrenem Personal sowie bei Ausbildung und Beratung zu begleiten, heißt es in einem internen Schreiben der Geschäftsführung an die Cockpitbesatzungen, das airliners.de ebenfalls vorliegt.
Tuifly verweist darin auf ihre langjährige Erfahrung mit der Boeing 737 und die Einführung der 737 Max 8 im eigenen Flugbetrieb. Angesprochen sind sowohl Line Pilots als auch Trainer. Die Teilnahme ist freiwillig. Arbeitsvertrag, Seniorität und Homebase bei Tuifly bleiben erhalten.
Spezieller Tarifvertrag vereinbart
Die VC verknüpfte die Überlassung mit Änderungen am Manteltarifvertrag (MTV), weil damit annähernd zehn Prozent des Tuifly-Cockpitpersonals fehlen.
Für jeden vollen Monat bei Eurowings zahlt Tuifly nach Angaben der VC eine großzügige Pauschale zusätzlich zum normalen Gehalt. Der MTV sieht künftig generell für alle Tuifly-Piloten weniger Bereitschaftsdienste und kürzere Arbeitsperioden vor. Zudem steigen die Ausgleichszahlungen für Einsätze an freien Tagen.
Bei der Begrenzung disruptiver Dienste gab es dagegen keine Einigung. Gelingt sie bis zum 31. März 2027 nicht, folgt eine Schlichtung. Scheitert auch diese, ist der MTV erstmals zum 31. Dezember 2027 kündbar.
Für Eurowings ist die 737 Max 8 ein neues Muster. Bei der Flottenentscheidung Anfang 2025 hatte die Airline rund 100 überwiegend von Airbus gebaute Flugzeuge im Einsatz. Die Lufthansa Group hatte damals entschieden, alle 40 Ende 2023 bestellten 737 Max 8 an Eurowings zu vergeben. Sie sollen bis 2032 in die Flotte kommen und vor allem ältere Airbus A319 ersetzen. Betrieben werden die Jets vom maltesischen Flugbetrieb Eurowings Europe, wie Eurowings-Chef Max Kownatzki Anfang Juni bestätigte.