Lufthansa betreibt ihre neu ausgelieferten Boeing 787-9 weiterhin mit größtenteils blockierter Allegris- Business-Class. Eine Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA steht nach wie vor aus.
Wie "Bloomberg" unter Berufung auf Insider berichtete, könnte die teilweise Blockierung bis Ende Juni bestehen bleiben. Bis dahin akzeptiert die Fluggesellschaft keine Reservierungen für die übrigen Plätze.
Dies bedeutet eine Verzögerung um rund zwei Monate gegenüber der ursprünglichen Planung. Der Airline drohen dadurch zu Beginn der Hauptreisezeit erhebliche Erlöseinbußen, so "Bloomberg".
In der Allegris-Business-Class der Boeing 787-9 stehen 28 Plätze zur Verfügung. Aktuell lassen sich ausschließlich die vier Sitze der ersten Reihe reservieren.
Ursprünglich frühere Freigabe erwartet
Konzernchef Carsten Spohr hatte im Dezember 2025 bei einer internen Veranstaltung erklärt, die Sitze zunächst bis Ende April weiter zu blockieren, wie das "Handelsblatt" berichtete. Ursprünglich hatte das Unternehmen gehofft, die betroffenen Reihen bereits um den Jahreswechsel freizugeben.
Die FAA verlangt von Boeing und vom Sitzhersteller Collins Aerospace umfangreiche Nachweise zur Crashsicherheit des Befestigungssystems der Allegris-Module. Die Behörde ordnete den Angaben zufolge zwischenzeitlich zusätzliche Prüfungen an.
Boeing und Collins Aerospace arbeiteten intensiv an einer schnellen Lösung, teilte ein Lufthansa-Sprecher mit. Die Haushaltssperre in den Vereinigten Staaten zwischen dem 1. Oktober und 12. November 2025 hatte die Bearbeitung um mehrere Wochen verzögert.
Reaktivierung von Airbus A340 in Erwägung
Konzernkreisen zufolge prüft die Lufthansa derzeit eine Reaktivierung einiger in Teruel (Spanien) abgestellter Airbus A340.
Die durch die anhaltende Kabinenblockierung entstehenden Umsatzeinbußen will der Konzern zeitnah ausgleichen. Spohr zufolge kann die Airline in der Allegris-Business-Class zehn Prozent höhere Durchschnittserlöse erzielen als mit herkömmlichen Business-Class-Sitzen.
Der Konzern rüstet auch die Bestandsflotte mit Allegris aus. Ende 2026 soll das neue Produkt auf jedem dritten Interkontinentalflugzeug der Lufthansa-Mainline verfügbar sein. Im Jahr 2027 soll mehr als zwei Drittel der Flotte damit ausgestattet sein.