Airbus entwickelt seine nächste Mittelstreckenflugzeug-Generation mit traditioneller Röhren-Flügel-Konfiguration und längeren, dünneren Tragflächen. Das berichtete "Flightglobal". Konzernchef Guillaume Faury verwarf Blended-Wing-Body-Designs (BWB) für Flugzeuge der A320-Neo-Größe.
"Wir untersuchten das Blended-Wing-Body-Konzept und kamen zum Schluss, dass dies für größere Flugzeuge wettbewerbsfähig ist", sagte Faury beim Luftfahrt-Gipfel der US-Handelskammer in Washington.
Für kleinere Flugzeuge erzeugt die BWB-Konfiguration nach Airbus-Einschätzung zu viel Luftwiderstand. Die Flügeldicke erweise sich zudem als ungünstig für kleinere Maschinen. Längere, schlankere Tragflächen würden bessere aerodynamische Eigenschaften versprechen.
Die Entscheidung basiert auf Untersuchungen des "ZEROe"-Projekts, mit dem Airbus ursprünglich wasserstoffbetriebene Passagierflugzeuge entwickeln wollte. Ein Konzept sah eine BWB-Maschine mit 200 Sitzplätzen und 2000 Seemeilen Reichweite vor.
Die zuvor angekündigten Zero-e-Wasserstoff-Konzeptflugzeuge von Airbus. © Airbus
Airbus verschiebt Wasserstoffpläne
Airbus verschob das "ZEROe"-Programm jedoch um bis zu zehn Jahre. Wasserstofftechnologie und erforderliche Infrastruktur werden nicht früher verfügbar sein. Die BWB-Studien führten zur Erkenntnis, dass diese Bauweise bei größeren Flugzeugen Vorteile bietet.
Das Konzept entspricht Airbus' Wing-of-Tomorrow-Programm zur Entwicklung leichterer und effizienterer Flügelstrukturen. Das Unternehmen strebt 20 bis 25 Prozent Kraftstoffeinsparung an. Etwa die Hälfte der Effizienzgewinne sollen Triebwerke, die andere Hälfte Flügel- und Rumpfkonstruktion liefern.
Airbus plant die Entwicklung des neuen Schmalrumpfjets "gegen Ende dieses Jahrzehnts" zu starten. Die Markteinführung ist für die zweite Hälfte der 2030er Jahre vorgesehen.
Als Antrieb favorisiert der Hersteller offene Rotor-Triebwerke von CFM International. Diese Bauart verzichtet auf Triebwerksgondeln und erzeugt weniger Luftwiderstand. Breitere Gebläse steigern die Effizienz.