Air-India-Vorstandschef Campbell Wilson hat seinen Rücktritt eingereicht. Das berichtete "Reuters" unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Die Kündigungsfrist von Wilson beträgt sechs Monate. Er will dem Unternehmen bis zur Benennung eines Nachfolgers zur Verfügung stehen. Air India äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht.
Wilson übernahm die Konzernführung 2022, nachdem die Tata Group Air India aus staatlichem Besitz erworben hatte. Der frühere Singapore-Airlines-Manager leitete die frühen Phasen der Restrukturierung: Umbau der Techniksparte, Flottenauffrischung trotz Lieferkettenproblemen.
Die finanzielle Lage der Airline ist angespannt. Im Geschäftsjahr 2024/2025 wiesen Air India und die Tochtergesellschaft Air India Express zusammen einen Verlust von 98,08 Milliarden Rupien aus (rund 900 Milliarden Euro).
Regulierungsbehörden rügten die Airline für Sicherheitsmängel, darunter achtfache Nutzung einer Maschine ohne gültiges Lufttüchtigkeitszeugnis. Pakistans Sperrung des Luftraums für indische Carrier und der anhaltende Iran-Krieg belasten zusätzlich die Flüge nach Westen.
Wilsons Abgang erfolgt kurz nachdem Konkurrent Indigo den früheren IATA-Generaldirektor Willie Walsh als neuen CEO verpflichtete. Analyst Brendan Sobie aus Singapur sagte, Tata stehe unter besonderem Druck, die richtige Nachfolge zu sichern. Singapore Airlines hält 25 Prozent an Air India.