Air-India-Absturz: Indien legt weiteren Zwischenbericht vor, © DPA/Ajit Solanki/AP
Flugunfallermittler AI-171 Air India 787 © DPA / Ajit Solanki/AP
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Indiens Flugunfallbehörde Aircraft Accident Investigation Bureau (AAIB) wird zum Jahrestag des Air-India-Absturzes vom 12. Juni 2025 keinen Abschlussbericht vorlegen.

Stattdessen bereitet die Behörde einen Zwischenbericht vor, der laut einer mit dem Vorgang vertrauten Person "umfassender" als der im Juli vergangenen Jahres veröffentlichte Vorbericht ausfallen soll. Der Vorbericht soll außerdem mögliche Hauptursachen sowie weitere Faktoren untersuchen.

Die Untersuchung sei "sehr komplex und nehme Zeit in Anspruch", hieß es. Der Zeitplan für den Abschlussbericht bleibe unklar. Eine zweite mit dem Vorgang vertraute Quelle bestätigte, dass die Ermittler mehr Zeit benötigten.

Kraftstoffschalter im Fokus

Der 15-seitige Vorbericht hatte ergeben, dass die Treibstoffschalter beider Triebwerke kurz nach dem Start in Ahmedabad nahezu gleichzeitig in die Absperrposition geschaltet wurden und so die Triebwerke von der Treibstoffzufuhr abschnitten.

Laut einer frühen Einschätzung US-amerikanischer Behörden deutet die Auswertung des Cockpit-Sprachrekorders darauf hin, dass der Kapitän den Treibstofffluss unterbrach. Die AAIB hatte damals erklärt, es sei "zu früh für definitive Schlussfolgerungen".

Die Entscheidung für einen Zwischenbericht hat verfahrenstechnische Konsequenzen: Bei einem Abschlussbericht wäre die AAIB verpflichtet gewesen, die Ergebnisse vorab mit dem US-amerikanischen National Transportation Safety Board (NTSB) zu teilen, das als Herstellerland der Boeing 787 an der Untersuchung beteiligt ist. Das NTSB hätte zudem das Recht gehabt, den Abschlussbericht zu kommentieren.

Separate Untersuchung zu Kraftstoffschaltern

Parallel läuft eine gesonderte Untersuchung: Piloten einer Air-India-Maschine auf dem Flug von London nach Bengaluru berichteten im Februar dieses Jahres, dass die Kraftstoffschalter beim Triebwerksstart nicht stabil in der Betriebsstellung verblieben.

Beamte der indischen Luftfahrtaufsicht Directorate General of Civil Aviation (DGCA) planen im Juni eine Reise nach Seattle, um bei Boeing Tests der betroffenen Schalter zu beobachten.

Boeing erklärte, Air India in dieser Angelegenheit zu "unterstützen". Britische Behörden prüfen den Vorfall ebenfalls.

Die AAIB, Indiens Zivilluftfahrtministerium und Air India reagierten nicht auf Anfragen. Boeing verwies auf die AAIB.

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