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BER-Strategie vorgestellt Air Berlin baut Hauptstadt-Drehkreuz aus

Air Berlin hat am Montag im zukünftigen Terminal des neuen Hauptstadtflughafens die Wachstumspläne für Berlin bekanntgegeben. Demnach will die zukünftige Oneworld-Airline noch intensiver auf ein starkes Netzwerk setzen - auch interkontinental.

Air Berlin will am neuen Hauptstadtflughafen stark expandieren und künftig noch stärker auf Berlin setzen. Das sagte Airline-Chef Hartmut Mehdorn gegenüber airliners.de am Rande einer Presseveranstaltung in Schönefeld (weitere Ausführungen: siehe Video). Berlin sei neben Palma de Mallorca, Wien und Düsseldorf perspektivisch das wichtigste Drehkreuz für die Fluggesellschaft.

"Air Berlin wird auf ihrem neuen Heimatflughafen endgültig in der Lage sein, ihr Drehkreuz für nationale, europäische und Interkontinentalflüge weiter aufzubauen", so Mehdorn auf der Pressekonferenz im Terminal auf dem neuen Flughafen. Die  Flughafeneröffnung zum Sommerflugplan 2012 werde für Air Berlin "ein erster großer Schritt der Internationalisierung" sein.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, bei den Koalitionsgesprächen hätten sich SPD und CDU klar zur Weiterentwicklung des Hauptstadtflughafens bekannt. Damit sei aber nicht der Bau einer dritten Start- und Landebahn gemeint, sondern vielmehr der Ausbau von europaweiten und interkontinentalen Flugverbindungen. Es sei nach wie vor ein ambitioniertes Ziel, den Flughafen am 3. Juni 2012 zu eröffnen. "Man sieht aber, es geht deutlich voran", sagte Wowereit, der auch Vorsitzender des Flughafen-Aufsichtsrats ist.

Flughafenchef Rainer Schwarz ist sich beim geplanten Eröffnungstermin dagegen sicher. Auch Mehdorn wischte alle Bedenken beiseite: "Der Countdown ist unter Kontrolle."

Keine neuen Langstrecken angekündigt

Auf seiner ersten öffentlichen Pressekonferenz für Air Berlin zeigte sich der ehemalige Bahn-Chef zuversichtlich, was die Wachstumschancen am künftigen Berliner Flughafen angeht. Neue Strecken für den neuen Flughafen konnte Mehdorn allerdings nicht verkünden.

Neu im Sommerflugplan werde New York wie bereits angekündigt auf einen täglichen Flug erweitert. Innereuropäisch würden in Polen Danzig sowie Krakau aufgestockt, ebenfalls mehr Flüge gebe es in Richtung Skandinavien. Innerdeutsch soll Stuttgart öfter mit dem neuen Berliner Flughafen verbunden werden.

Im kommenden Frühjahr will Air Berlin Mitglied der Luftfahrtallianz Oneworld werden. Mehdorn verspricht sich davon auch Wachstum auf den Langstrecken. Bislang bietet Air Berlin sieben Ziele in Übersee an, drei in Asien (Dubai, Bangkok, Phuket) und vier in Amerika (New York, Miami, Punta Cana, Varadero). Schon im Mai kommt Los Angeles hinzu, das dreimal wöchentlich ab Berlin angeflogen wird.

In wie weit weitere interkontinentale Langstreckenverbindungen in das Air-Berlin-Drehkreuz am neuen Hauptstadtflughafen integriert würden, sei noch offen. "Die Intention, mehr internationale Verbindungen nach Berlin zu holen, ist da. Das wollen wir", so Mehdorn. Für die Langstrecke komme es darauf an, in wie weit Air Berlin mit seinem Deutschland- und Europanetz genügend Passagiere über Berlin generieren könne, um eigene Langstreckenflugzeuge beziehungsweise die Maschinen der Oneworldpartner zu füllen.

Mit dem Ausbau des Drehkreuzes wolle Air Berlin am neuen Flughafen zunächst die Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen optimieren. Im Zuge der neuen Hub-Struktur sollen im Sommerflugplan 70 nonstop-Verbindungen ab Berlin angeboten werden. Dazu setzt die Fluggesellschaft auf täglich sechs Umsteige-Wellen. Bis zu 27 Maschinen landen dann pro Welle in Berlin. Das neue Drehkreuz verbessere auch die Erreichbarkeit für Flüge der bestehenden Codeshare-Partner.

"Bis zum Jahr 2020 wollen wir von und nach Berlin jährlich 12 bis 13 Millionen Passagiere befördern", zeigte sich Mehdorn optimistisch. In diesem Jahr dürfte die Fluggesellschaft über die derzeitigen Flughäfen Tegel und Schönefeld rund acht Millionen Passagiere befördern - viermal mehr als im Jahr 2006.

Von: airliners.de mit dapd, dpa

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