Ein "Luxury Fashion Center" für chinesische Touristen soll dem Flughafen Schwerin-Parchim neuen Schwung bringen. Geplant sind unter anderem ein Hotel, ein Gewerbeparks und ein Einkaufszentrum für Luxuswaren, wie der NDR berichtet.
Ist alles fertig, könnten einmal bis zu 3.000 Passagiere aus China täglich in Parchim landen. Sie sollen dann auch in Outlet-Center beispielsweise nach Berlin oder Neumünster gefahren werden, wie der Sender weiter berichtete. Doch noch ist völlig offen, wann es einmal soweit sein könnte.
Stadt würden keine Kosten entstehen
Die Parchimer Stadtvertreter haben an dem neuen Nutzungskonzept unterdessen Gefallen gefunden. Sie gaben dem Vorhaben bereits grünes Licht, wie die "Schweriner Volkszeitung" (SVZ) schreibt. Der Stadt würden durch die Pläne keinerlei Kosten entstehen. Die sind laut SVZ-Bericht vom Vorhabenträger zu übernehmen.
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Ursprünglich gebaut wurde der Flughafen Parchim in den 1930er Jahren. Im April 1945 durch amerikanische Bomber zerstört, entstand hier 1952/53 die drei Kilometer lange und 55 Meter breite Start- und Landebahn für die sowjetischen Streitkräfte. Ende 1992 zogen die letzten russischen Truppen ab. Danach gab es einige Touristenflüge nach Bulgarien und auf die Baleareninsel Mallorca. 2001 scheiterte ein Verkauf des 850 Hektar großen Airports an die britische Wiggins Group. 2007 übernahm der Chinese Jonathan Pang die Immobilie.
Im Januar 2014 war die letzte Rate für den Airport gezahlt worden. Vom ursprünglichen Kaufpreis in Höhe von 30 Millionen Euro waren dem Investor nach anfänglichen Zahlungsverzögerungen zwölf Millionen Euro erlassen worden. Sie seien mit Investitionen auf dem Airport verrechnet worden, hieß es damals.
Tower-Problem ist mittlerweile gelöst
Regelmäßige Urlaubscharter- oder gar Linienflüge wie etwa auf dem nächsten regionalen Airport Rostock-Laage blieben in Parchim aus. Ein Problem bisher war auch der provisorische Tower von 1993. Nach drei Jahren Bauzeit arbeitet nunmehr der neue Hightech-Tower. Insgesamt 48 Flugplatzbeschäftigte halten die Landebahn sauber und die Befeuerung intakt, stehen mit Tank- und Löschwagen sowie fahrbaren Gangways bereit.
Doch die meisten Starts und Landungen sind nach wie vor Trainings- und Schulungsflüge. 2013 waren das von knapp 8400 Flugbewegungen rund 6600 Übungen und 2014 von gut 8300 über 6100 Trainingsflüge. Die Zahl der Passagiere von Privatjets lag hingegen nur bei rund 1000 pro Jahr.