Eurowings nimmt Frankfurt in den Flugplan

Exklusiv 14.11.2017 - 08:02 0 Kommentare

Nach dem Aus von Air Berlin soll die Lufthansa-Tochter Eurowings wachsen. Für das kommende Jahr hat der Billigflieger nun etliche neue Routen angekündigt. Darunter erstmals auch Frankfurt.

Flugzeug der Lufthansa-Tochter Eurowings stehen auf dem Flughafen Düsseldorf. - © © dpa - Bernd Thissen

Flugzeug der Lufthansa-Tochter Eurowings stehen auf dem Flughafen Düsseldorf. © dpa /Bernd Thissen

Nach dem Aus für Air Berlin fehlt es vor allem im innerdeutschen Flugverkehr an Kapazitäten. Während es auf den meistbeflogenen Routen an verfügbaren Sitzen mangelt und in der Folge die Preise bei Lufthansa und Eurowings exorbitant steigen, gibt es auf etlichen Verbindungen auch gar keine direkten Flüge mehr.

Jetzt will Eurowings ab Anfang kommenden Jahres den Flugplan weiter ausbauen, um der Nachfrage gerecht zu werden. Nach Angaben von Lufthansa-Chef Carsten Spohr soll es im innerdeutschen Verkehr ab Januar rund 30 Flüge mehr pro Tag geben.

Auf airliners.de-Anfrage präzisierte Eurowings nun die Angaben. Dabei bestätigte der Lufthansa-Billigflieger erstmals auch Flüge nach Frankfurt/Main. Zum Sommerflugplan werde Eurowings von Berlin aus nach Frankfurt starten, sagte ein Sprecher. Flugplandaten zufolge steht die neue Eurowings-Verbindung drei Mal täglich im Programm.

Frankfurt ist das größte Drehkreuz der Eurowings-Mutter Lufthansa. Zuletzt hatte Lufthansa ein Engagement von Eurowings in Frankfurt ausgeschlossen – nachdem ein Start in Frankfurt zuvor bereits avisiert worden war.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Billigflieger-Gate in Frankfurt soll früher öffnen

Dem Hin und Her vorausgegangen war ein monatelanger Streit mit Fraport über ein Gebührenmodell, durch das Neukunden wie beispielsweise Ryanair Rabatte bekommen. In der Folge hatte Lufthansa den Standort München gestärkt, unter anderem durch die Stationierung einer A380-Teilflotte und der Ankündigung für den Aufbau einer Eurowings-Basis zum Sommer 2018.

Die Flugzeuge für die Frankfurt-Flüge würden nun allerdings von der Berliner Basis aus eingesetzt, betonte der Sprecher: "Es gibt unverändert keine Planungen, Eurowings-Flugzeuge in Frankfurt zu stationieren."

Neue innerdeutsche Routen ab Berlin und Düsseldorf

Wie zwischen Berlin und Frankfurt nimmt Eurowings auch auf der Routen von Tegel nach München (21/Woche) Flüge parallel zur Mutter auf. Von Berlin aus startet Eurowings ab Anfang des Jahres zudem auf den ehemaligen Air-Berlin-Strecken nach Karlsruhe/Baden-Baden (14/Woche).

Darüber hinaus sind den Angaben nach auch von Düsseldorf aus neue innerdeutsche Eurowings-Flüge geplant. So startet der Lufthansa-Billigflieger vom ehemaligen Air-Berlin-Drehkreuz nach München sowie Stuttgart (je 21/Woche). Auch Westerland/Sylt (zwei/Woche) wird von Eurowings neu aufgelegt.

© dpa, Ralf Hirschberger Lesen Sie auch: Das sind die Air-Berlin-Lücken im Flugplan

Derweil gibt es auch für etliche neue Europa-Flüge konkrete Pläne. So steht die ehemalige Air-Berlin-Verbindung nach Salzburg ab Januar wieder im Berliner und im Düsseldorfer Flugplan. Zudem fliegt Eurowings demnächst neu zwischen Zürich und Mallorca. Geplant sind den Angaben nach zudem Flüge von Düsseldorf nach Kopenhagen, Florenz und Bologna.

Ausbau hängt an der EU-Kartellgenehmigung

Damit die Eurowings-Pläne wie geplant umgesetzt werden können, bedarf es allerdings noch einiger Arbeit. So steht die Übernahme der Air-Berlin-Töchter LGW und Niki durch Lufthansa noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung der EU-Kartellbeghörden. Beide sollen dann für Eurowings starten.

Es ist kein Geheimnis, dass die Genehmigung und die zu erwartenden Auflagen vor allem auch vom Einstieg der Easyjet in den innerdeutschen Markt abhängen. Aktuell hat die Lufthansa Group hier einen Marktanteil von rund 99 Prozent. Noch hat der britische Billigflieger aber - zumindest offiziell - noch keine Strecken verkündet. Bis spätestens Januar sollen die Behörden entscheiden.

© dpa, Lesen Sie auch: Lufthansa muss länger auf Genehmigung für Air-Berlin-Übernahme warten

Die EU-Kommission prüft auf Grundlage der europäischen Fusionskontrollverordnung, ob ein Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung erlangt. Die Kommission hat nach der Anmeldung des Deals vor knapp zwei Wochen 25 Arbeitstage Zeit, das Geschäft abzuklopfen. Haben die Wettbewerbshüter Bedenken, können sie vertieft prüfen. Dann wären es noch einmal 90 Arbeitstage. Zuständig auf EU-Ebene ist Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Sie hat bereits angedeutet, dass Lufthansa möglicherweise einige Strecken abgeben muss. Das deutsche Kartellamt wird das Brüsseler Verfahren begleiten.

Von: dh
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr Lufthansa rechtfertigt sich für hohe Preise

    Lufthansa-Chef Carsten Spohr rechtfertigt sich für hohe Preise im innerdeutschen Luftverkehr und will nach der Genehmigung der Air-Berlin-Teilübernahme täglich 30 neue Flüge aufsetzen. Wirkliche Entlastung kommt wohl erst mit Easyjet.

    Vom 13.11.2017
  • Ein Logo der Lufthansa zwischen Logos der Air Berlin Mitte Oktober 2017 am Flughafen Berlin-Tegel. Das sind die Air-Berlin-Lücken im Flugplan

    Mit dem Air-Berlin-Aus fehlt Kapazität im Markt. Lufthansa hält lediglich Niki und LGW in der Luft und mietet für Eurowings-Routen kurzfristig Flugzeuge anderer Airlines. Kunden auf vielen Air-Berlin-Strecken gehen aber leer aus.

    Vom 27.10.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Air Berlin Jobs Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »