Etihad will angeblich Air-Berlin-Anteile in Lufthansa-Beteiligung tauschen

22.12.2016 - 13:33 0 Kommentare

Nach einem "Spiegel"-Bericht will Etihad Airways ihre Air-Berlin-Anteile in eine Lufthansa-Beteiligung tauschen. Nach den Planspielen könnte das Modell auch bei der Etihad-Beteiligung Alitalia angewendet werden.

Lufthansa und Etihad Airways arbeiten zukünftig zusammen. - © © AirTeamImages.com, Montage: airliners.de - TT (Lufthansa), Derek Pedley (Etihad)

Lufthansa und Etihad Airways arbeiten zukünftig zusammen. © AirTeamImages.com, Montage: airliners.de /TT (Lufthansa), Derek Pedley (Etihad)

Im Poker um die Zukunft der schwer angeschlagenen zweitgrößten deutschen Fluglinie Air Berlin erwägt deren arabischer Hauptaktionär Etihad laut einem Pressebericht einen Schnitt. Am Sitz von Etihad in Abu Dhabi werde diskutiert, Air Berlin bei der Lufthansa einzubringen und sich im Gegenzug über eine Kapitalerhöhung beim deutschen Marktführer zu beteiligen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel" in einer Vorabmeldung ohne eine Quelle für die Informationen zu nennen.

Den Plänen zufolge würden die Eigentümer der arabischen Fluggesellschaft ihren verlustreichen Ableger Air Berlin zunächst entschulden, der Lufthansa übertragen und noch zusätzlich Geld zahlen, um an dem ehemaligen Wettbewerber eine Beteiligung von mindestens zehn Prozent zu erwerben, heißt es weiter im Bericht. Die Lufthansa wollte auf Anfrage die Darstellung nicht kommentieren.

Landet Alitalia auch bei Lufthansa?

Vorbild für die Pläne sei die Dachgesellschaft der Wettbewerber British Airways und Iberia, die International Airlines Group (IAG), an der Qatar Airways einen Anteil von 20 Prozent besitzt, hieß es weiter im Bericht. Das Modell könne auch bei der Etihad-Beteiligung Alitalia angewendet werden, die tief in die Verlustzone geraten ist. Sie könnte nach den Vorstellungen des arabischen Haupteigners ebenfalls bei der Lufthansa landen, schrieb der "Spiegel". Auch in diesem Fall würde Etihad sich im Zuge der Einbringung von Alitalia als Sacheinlage bei der Lufthansa gerne Anteile an dem Dax-Konzern sichern.

© dpa, Bernd Thissen Lesen Sie auch: Lufthansa hat gute Karten im Poker um Air Berlin

Air Berlin fliegt seit Jahren in der Verlustzone und wird seit geraumer Zeit mit Finanzspritzen von Etihad in der Luft gehalten. Jüngst hatte bereits das "Handelsblatt" von Gesprächen zwischen der Lufthansa und Etihad über Air Berlin berichtet, zudem wird der frühere Germanwings-Chef Thomas Winkelmann neuer Air-Berlin-Chef.

Rettungsplan ist bereits angelaufen

Bei Air Berlin läuft bereits ein Rettungsplan: Air Berlin vermietet ab Februar 38 Maschinen samt Personal an den Lufthansa-Konzern und vor allem an dessen Tochter Eurowings. Zudem soll die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki zusammen mit der deutschen Fluglinie Tuifly des Reisekonzerns Tui einen gemeinsamen Ferienflieger mit gut 60 Flugzeugen bilden. Air Berlins künftige Kernflotte wäre mit rund 75 Flugzeugen danach nur noch etwa halb so groß wie heute.

Bei einem möglichen Zusammengehen mit der Lufthansa sehen Beobachter kartellrechtliche Probleme als möglichen Hemmschuh, bieten doch die beiden zahlreiche Strecken in Konkurrenz an. Anzeichen für eine mögliche engere Zusammenarbeit zwischen Etihad und der Lufthansa hatte es erst jüngst gegeben: Beide vermarkten auf bestimmten Strecken gemeinsam Flüge.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Neue Vorzeichen für die deutsche Luftverkehrspolitik

Von: dpa-AFX, gk
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