Erste A380-Jets werden jetzt zerlegt

Exklusiv 04.07.2018 - 13:46 0 Kommentare

Die ersten beiden A380-Flugzeuge werden noch in diesem Monat in ihre Einzelteile zerlegt. Auch zwei weitere Doppelstöcker gibt Erstkundin Singapore Airlines an den Leasing-Geber Dr. Peters zurück.

A380-Jet von Singapore Airlines. - © © AirTeamImages.com - Yatrik Sheth

A380-Jet von Singapore Airlines. © AirTeamImages.com /Yatrik Sheth

Die ersten beiden an Singapore Airlines ausgelieferten Airbus A380-Maschinen werden als Ersatzteillager enden. Den entsprechenden Plänen des Leasing-Spezialisten Dr. Peters Group haben die Gesellschafter der Fonds Nr. 129 und 130 nun zugestimmt, sagte Unternehmenschef Anselm Gehling im Gespräch mit airliners.de.

Die Anleger hätten mit "überwältigender Mehrheit" dem "vorgestellten Konzept des Komponentenverkaufs zugestimmt". Bei dem Flugzeug hinter dem Fonds Nr. 129 (Kennung: 9V-SKA) stimmten 99,65 Prozent zu, bei jener Maschine hinter Nr. 130 (9V-SKB) waren es sogar 99,78 Prozent.

Vorgespräche werden bereits geführt

Anfang Juni hatte die Dr. Peters Group ein Konzept vorgelegt, wonach die ersten beiden A380-Maschinen von Singapore Airlines in Einzelteilen verkauft werden sollen. "Mit dem erarbeiteten Konzept können die Investoren über einen Zeitraum von rund zwei Jahren hohe Auszahlungen erwarten, die einschließlich der bisherigen Rückflüsse zu einem sehr ansehnlichen Ergebnis führen", verteidigte Gehling die Entscheidung damals im Interview mit airliners.de.

© AirTeamImages.com, Andrew Hunt Lesen Sie auch: "Das Kerngeschäft einer Airline ist es nicht, Flugzeuge zu besitzen" Interview

Bereits im Januar sollen die Anleger die erste Ausschüttung aus den Verkäufen erhalten. "Schon jetzt werden diverse Vorgespräche geführt", so Gehling heute. Die Veräußerung koordiniert VAS Aero Services.

Der Komponentenverkauf ist für zwei Jahre veranschlagt und soll insgesamt 45 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 38 Millionen Euro) einbringen. Die hohe Prognose resultiert aus dem Umstand, dass viele Airlines mit A380-Flotte ihre Flugzeuge nun zur Wartung geben müssten und so die Nachfrage nach Ersatzteilen zunehmen werde, ist sich die Dr. Peters Group sicher.

Alternativ hat das Dortmunder Unternehmen über neue Leasing-Verträge und den Verkauf der bislang an Singapore Airlines vermieteten Maschinen verhandelt. Beides wäre aber nicht zu den gewünschten Konditionen realisierbar.

Zwei weitere A380-Jets an die Airline vermietet

Neben diesen beiden Jets - übrigens die ersten A380-Maschinen, die überhaupt an eine Airline ausgeliefert wurden - hat der Leasing-Spezialist zwei weitere Doppelstöcker an Singapore Airlines vermietet. "Die eine A380 ist bereits an uns zurückgegeben und nun in Tarbes in Südfrankreich geparktt" - bei der zweiten Maschine ist die Rückführung für Ende August geplant. Was mit diesen beiden Jets passiere, sei noch offen.

Dr. Peters Group hat sich mit aktuell 19 Flugzeugen vor allem auf den Markt für Großraumjets fokussiert. Und das wird von den Airlines angenommen, denn immer mehr angemietete Maschinen weltweit ergänzen Flotten, die im eigenen Besitz der Fluggesellschaften sind:
Anteil der geleasten Flugzeuge an ausgewählten Flotten
Angaben in Prozent
Lufthansa Group 2.5
Emirates 5.2
Ryanair 5.6
United Airlines 17.1
British Airways 24.0
Easyjet 24.7
Etihad 25.4
Singapore Airlines 27.1
American Airlines 30.1
Qatar Airways 33.6
Air France/KLM 49.6

Quelle: ch-Aviation

Darüber hinaus ist der von Anselm Geling seit 2012 geführte Leasing-Spezialist in der Schifffahrt und dem Immobilienmarkt aktiv.

Der Markt für den Flugzeugtyp A380 hat sich in den vergangenen Jahren "nicht positiv" entwickelt, betont Gehling. Viele Airlines setzen immer mehr auf der Langstrecke auf kleinere Flugzeugtypen und stornieren ihre Bestellungen für den Doppelstöcker bei Airbus. Durch eine große Order der Großkundin Emirates ist die A380-Produktion aber erst einmal gesichert.

Von: cs
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