Werner Gatzer, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bahn, übernimmt auch die Kontrolle über den Flughafen BER. Der 67-jährige frühere Bundesfinanzstaatssekretär sei auf Vorschlag des Gesellschafters Land Brandenburg zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt worden, teilte die Berliner Airportbetreiberin FBB mit. Ein entsprechender Wechsel war bereits im Mai berichtet worden.
Gatzer war als Vertreter des Bundes bereits in der Vergangenheit Mitglied im Kontrollgremium und tritt nun mit sofortiger Wirkung die Nachfolge von Jörg Simon an. "Der BER hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt", erklärte Gatzer. Er wolle dazu beitragen, "die positive Entwicklung fortzusetzen und den Flughafen strategisch weiter auszurichten".
Der Hauptstadtflughafen macht seit einiger Zeit zwar im operativen Geschäft Gewinn, rechnet aber wegen Altlasten etwa durch Verzögerungen am Bau unterm Strich noch mehrere Jahre mit Verlusten. Zuletzt hatte der BER einen deutlichen Gewinneinbruch für das laufende Jahr angekündigt.
Zudem hinkt Berlin beim Aufholprozess nach der Corona-Krise noch weiter hinter der ohnehin schwachen Entwicklung in Deutschland her. Viele Flughäfen spüren Einbußen, weil Billigflieger wie Ryanair wegen hoher Standortkosten ihre Programme ausdünnen.
Für 2026 erwartet der BER 26,5 Millionen Passagiere. Zum Vergleich: 2019, vor der Corona-Pandemie, hatten die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld zusammen noch 35,65 Millionen Menschen abgefertigt.
Berlin und Brandenburg sind mit je 37 Prozent an Flughafen Berlin Brandenburg (FBB) beteiligt, 26 Prozent liegen beim Bund.