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Verdi und Lufthansa verkünden Einigung auf Corona-Sparpaket

Für die am Boden beschäftigten Lufthansa-Mitarbeiter gibt es eine Einigung zwischen Arbeitgeber und Verdi. Das Ergebnis ist komplex, soll Kündigungen ausschließen und spart 200 Millionen Euro. Das letzte Wort liegt bei den Angestellten.

Eine Lufthansa-Mitarbeiterin geht am Flughafen in München an einem Logo der Fluggesellschaft vorbei. © dpa / Andreas Gebert

In den Tarifverhandlungen zwischen Verdi und der Lufthansa konnte ein Ergebnis erzielt werden, teilten beide Seiten mit. Die Maßnahmen gelte im Wesentlichen für die tariflichen Bodenbeschäftigten der Deutschen Lufthansa AG, Lufthansa Technik AG und Lufthansa Cargo AG, so Lufthansa. Damit leisteten nun auch die 24.000 Bodentarifmitarbeiter neben der Kurzarbeit einen "wichtigen Beitrag zur Bewältigung der gravierenden Folgen der Coronapandemie". Laut Verdi betrifft die Vereinbarung alle 35.000 Mitarbeiter am Boden.

"Wir haben nach zähen Verhandlungen ein erstes Ergebnis erreicht, das Perspektiven bietet, wirksamen Beschäftigtenschutz sicherstellt und Lufthansa 200 Millionen Euro an Beiträgen, die die Beschäftigten tragen, in die Kasse spült. Jetzt muss die Lufthansa mit diesem Kredit der Beschäftigten verantwortungsvoll umgehen", betonte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. Die Vereinbarung habe eine Laufzeit bis 31. Dezember 2021.

Damit schütze die Vereinbarung vor Entlassungen bis Ende März 2022 und regele verbindlichen Beschäftigungsschutz. Darüber hinaus wurden obligate Programme zur Altersteilzeit vereinbart. Weitergehende Freiwilligenprogramme zum sozialverträglichen Personalabbau werden ebenfalls angeführt. Auch soll die umstrittene Kündigung von langjährig Beschäftigten an dezentralen Standorten vor einigen Monaten laut Verdi zurückgenommen werden.

Beschäftigte verzichten auf 200 Millionen Euro

Die Beschäftigten ihrerseits würden auf 200 Millionen Euro verzichten, so die Gewerkschaft. Diese umfassten die Streichung des Weihnachtsgeldes in 2020 und 2021 sowie des Urlaubsgeldes in 2021 inklusive Zuschlägen und einen Verzicht auf Erhöhung der Vergütung bis Ende 2021. Sollte es nach Ablauf der Vereinbarung zu Entlassungen kommen, erhalten die Betroffenen diese Krisenbeiträge bis Ende 2022 über zwölf Monate rückerstattet.

Laut Lufthansa soll zudem die Aufstockung zum Kurzarbeitergeld für das Jahr 2021 von 90 auf 87 Prozent reduziert werden. "Mit diesem Krisenpaket haben wir einen ersten wichtigen Schritt zur Reduktion der Personalkosten am Boden erzielt und können den Ausspruch betriebsbedingter Beendigungskündigungen für das Jahr 2021 vermeiden. Wir dürfen aber nicht nachlassen, weiter an Maßnahmen zur Krisenbewältigung zu arbeiten, um auch für die Zeit nach Ende der Kurzarbeit gute Lösungen für die Mitarbeiter zu vereinbaren", so Michael Niggemann, Vorstand Personal, Recht und M&A bei Lufthansa.

"In dieser schwierigen Situation für das Unternehmen waren die Beschäftigten immer bereit, ihren Beitrag zur Sanierung der Lufthansa zu leisten", so Behle. "Jetzt werden die Mitglieder darüber abstimmen, ob die von Lufthansa gebotene Sicherheit in Bezug auf ihre Beiträge angemessen ist."

Die Verhandlungen zu Kosteneinsparungen beim Bodenpersonal in der Corona-Krise kamen zuvor monatelang nicht voran. Zwischenzeitlich wurden sie unterbrochen. Die Tarifparteien hatten in über zwanzig Verhandlungsrunden um ein Ergebnis gerungen, so Verdi.

Zuvor hatte Lufthansa bereits mit der Kabinengewerkschaft Ufo Eckpunkte eines langfristigen Abkommens verabredet. Mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit steht eine Einigung über das laufende Jahr hinaus noch aus. Die VC hatte am Mittwoch weitere Vorschläge unterbreitet, die nach ihrer Berechnung der Lufthansa rund 450 Millionen Euro einsparen würden.

Mit der Kabinengewerkschaft Ufo konnte bereits im Sommer im Grundsatz Einigung über ein Krisenpaket erzielt werden. Dessen Umsetzung stockt jedoch teils. So habe sich Lufthansa City Line laut Ufo aus der Abmachung zurückgezogen und die Angestellten zögerten, die Abfindungsangebote anzunehmen.

Von: dk

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