Der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) kritisiert die Einführung von Erstattungsgebühren auf Flex-Tarife durch die Lufthansa scharf. VDR-Präsident Christoph Carnier mahnte in der "FVW", Flex-Produkte müssten auch weiterhin ihrem Namen gerecht werden – andernfalls gefährde das die Grundlage der Partnerschaft zwischen Airlines und Firmenkunden.
Flex-Tarife würden das Fundament professioneller Reisekostenrichtlinien bilden. Werde ihnen die Kernfunktion entzogen, gerieten ganze Reisemanagementsysteme ins Wanken.
Seit dem 7. April belegt die Lufthansa-Gruppe Langstrecken-Flex-Tickets auf ausgewählten Strecken mit Stornogebühren von 400 bis 1500 Euro. Die Regelung gilt für Austrian Airlines, Brussels Airlines, die Lufthansa, Swiss und Discover Airlines. Bereits zuvor hatte die Lufthansa die Stornogebühr im Economy-Flex-Tarif von 70 auf 150 Euro angehoben sowie die Buchungsgebühren über globale Distributionssysteme erhöht.
Kommunikation im Mittelpunkt der Kritik
Carnier betonte im Interview mit der Touristik-Fachzeitschrift, nicht die Entscheidung selbst stehe im Fokus der Kritik, sondern deren Umsetzung. Mehrfach angepasste Konditionen, fehlende Vorankündigungen und Informationen, die erst beim Buchungsvorgang sichtbar würden, seien für Unternehmen nicht hinnehmbar.
"Wenn zentrale Tariflogiken ohne Vorankündigung verändert werden und selbst erfahrene Partner Änderungen erst im Tagesgeschäft entdecken, ist das kein professionelles Marktverhalten", sagte der VDR-Präsident.
Viele Travel Manager prüfen laut VDR bereits eine Diversifizierung ihrer Airline-Partner. Der Verband signalisierte Gesprächsbereitschaft, knüpft diese jedoch an mehr Transparenz seitens der Airlines.
