Der US-Luft- und Raumfahrtkonzern RTX hat seine Gewinn- und Umsatzprognose für das laufende Jahr angehoben. Konzernchef Chris Calio zeigt sich zuversichtlich, die Auswirkungen von Zöllen bewältigen zu können.
RTX rechnet nun mit einem bereinigten Jahresumsatz zwischen 86,5 Milliarden und 87 Milliarden Dollar (rund 79,4 Milliarden bis 79,9 Milliarden Euro). Die bisherige Prognose lag zwischen 84,75 Milliarden und 85,5 Milliarden Dollar.
Die bereinigte Gewinnprognose je Aktie wurde auf 6,10 bis 6,20 Dollar für das aktuelle Jahr angehoben. Zuvor lag sie bei 5,80 bis 5,95 Dollar.
Der Gesamtumsatz des in Arlington im Bundesstaat Virginia ansässigen Unternehmens stieg im dritten Quartal um zwölf Prozent auf 22,48 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,70 Dollar im Vergleich zu 1,45 Dollar im Vorjahr.
Die Trump-Regierung hatte RTX im Juli veranlasst, die Gewinnprognose zu senken. Das Unternehmen rechnete damals mit Zollkosten von 500 Millionen Dollar (rund 459 Millionen Euro) in diesem Jahr.
Der Mangel an neuen Verkehrsflugzeugen treibt jedoch weiterhin den Umsatz bei Wartungs- und Reparaturdienstleistern wie RTX. Fluggesellschaften setzen auf ältere, wartungsintensive Flotten.
Hohe Nachfrage der Flugzeughersteller
RTX profitiert zudem von der starken Nachfrage der Flugzeughersteller, die ihre Produktion hochfahren. Das Unternehmen fertigt GTF-Triebwerke, an denen auch der Münchner Triebwerkshersteller MTU Aero Engines beteiligt ist. RTX konkurriert mit CFM International.
Die Luft- und Raumfahrt- sowie Avioniksparte Collins Aerospace erzielte im Quartal einen Umsatz von 7,62 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Umsatz bei "Pratt und Whitney", die Triebwerke für den Airbus A320 Neo produzieren, stieg um 16 Prozent auf 8,42 Milliarden Dollar. Die Pratt-&-Whitney-Triebwerke treiben etwa jeden zweiten Jet aus der A320-Neo-Familie von Airbus an.
Wegen eines von Pratt & Whitney eingesetzten fehlerhaften Pulvermetalls müssen seit 2023 allerdings rund 3000 Turbinen zur Überprüfung zurück in die Werkstätten. Dies kostet RTX und MTU eine Milliardensumme.
Die Verteidigungssparte verzeichnet anhaltende Stärke aufgrund hoher Nachfrage bei eskalierenden geopolitischen Spannungen. Raytheon, die Verteidigungseinheit von RTX, meldete einen Umsatzanstieg von zehn Prozent. Haupttreiber waren höhere Verkäufe der Patriot-Luftabwehrsysteme, die auf dem Gefechtsfeld in der Ukraine eingesetzt werden.
