Raffinerien in Deutschland haben im ersten Halbjahr mehr Benzin und Diesel hergestellt und damit die Abhängigkeit von Importen verringert. Die Produktion von Motorenbenzin einschließlich Flugbenzin stieg um 1,8 Prozent auf elf Millionen Tonnen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Bei Diesel betrug das Plus 9,4 Prozent auf 15,8 Millionen Tonnen.
Deutlich stärker als die Mengen legte der Wert der Produktion zu. Das hergestellte Benzin war 3,4 Milliarden Euro wert, 16,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Beim Diesel wuchs der Wert um 42,4 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro.
Importe sinken um knapp ein Viertel
Zugleich verringerte sich die Einfuhr sowohl von Benzin (minus 23 Prozent) als auch von Diesel (minus 23,9 Prozent) um jeweils knapp ein Viertel. Wegen der gestiegenen Weltmarktpreise für Rohöl infolge des Iran-Kriegs hielt sich die Ersparnis aber in Grenzen. Der Wert des importierten Benzins war mit 479 Millionen Euro gerade einmal 2,5 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Die Dieselmenge war mit 845 Millionen Euro sogar 5,8 Prozent teurer. Die Importzahlen beim Benzin beziehen sich auf Motorenbenzin ohne Flugbenzin.
Beim Benzin waren die Niederlande der wichtigste ausländische Lieferant. Gut die Hälfte (52,1 Prozent) der insgesamt 525.000 Tonnen Motorenbenzin kam von dort. Gut ein Viertel (26,1 Prozent) lieferten Raffinerien in Tschechien, knapp zwölf Prozent kamen aus Österreich nach Deutschland. Bei Dieselkraftstoff waren Belgien (55,1 Prozent) und die Niederlande (39,7 Prozent) die Hauptlieferanten der insgesamt 858.000 Tonnen, die Deutschland einführte.
Mehr Diesel exportiert
Unter dem Strich hat Deutschland im ersten Halbjahr nach Angaben der Statistiker mehr Kraftstoff exportiert als importiert. Während der Verkauf von Motorenbenzin ins Ausland mit 1,66 Millionen Tonnen um 3,5 Prozent zurückging, wurde mehr Dieselkraftstoff ausgeführt als ein Jahr zuvor. Mit 2,06 Millionen Tonnen lag die Ausfuhr 18,7 Prozent über dem Wert des ersten Halbjahrs 2025.
Der Kraftstoffverbrauch schlägt sich auch in den Steuereinnahmen nieder. Auf die 23,7 Milliarden Liter Benzin, die 2025 versteuert wurden, entfielen 15,5 Milliarden Euro Energiesteuer, 1,5 Prozent mehr als 2024. Für 37,9 Milliarden Liter Diesel nahm der Staat 17,8 Milliarden Euro ein, ein Rückgang um 1,8 Prozent. Im Vergleich zu 2010 sanken die Einnahmen aus der Benzinsteuer um 12,6 Prozent, weil der Verbrauch seither um 3,4 Milliarden Liter zurückging.