Die Deutsche Börse entscheidet am Donnerstag, 3. September, über mögliche Änderungen bei der Dax-Zusammensetzung. Für die Lufthansa könnte damit nach sechs Jahren die Rückkehr in den Leitindex gelingen. Analysten sind jedoch vorsichtig geworden: Es sei gut möglich, dass es diesmal keinen Wechsel im Dax gebe, sagte Index-Spezialist Achim Matzke von Matzke Research dem "Handelsblatt".
Wäre bereits Ende Juli abgerechnet worden, hätte die Lufthansa als 33. der Rangliste der Deutschen Börse den Sprung in den Dax geschafft. Die Reihenfolge richtet sich nach dem Börsenwert des Streubesitzes im Monat vor dem vierteljährlichen Index-Entscheid.
Inzwischen liefere sich die Fluggesellschaft mit den Dax-Mitgliedern Fresenius Medical Care und Qiagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen, sagte Matzke. Fresenius Medical Care hat seinen Streubesitz durch eine Aktienplatzierung von Großaktionär Fresenius erweitert. Qiagen profitiert von immer wieder aufflammenden Verkaufsspekulationen.
Die Lufthansa-Aktie ist im August bisher um 15 Prozent abgebröckelt. Sie habe "an Flughöhe eingebüßt", schrieb die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). "Daher muss das Lufthansa-Team bis zum letzten Spieltag am 31. August noch um den Dax-Aufstieg zittern."
Platz 33 ist deshalb entscheidend, weil er den Einzug in den Dax nach den Regeln der Deutschen Börse garantiert ("Regular Entry"), auch ohne zwingenden Abstiegskandidaten. Landet ein M-Dax-Wert wie die Lufthansa zwischen Platz 34 und 40, müsste ein Dax-Konzern auf einen Rang jenseits der 47 zurückfallen, damit es per "Fast Entry" einen Neuling gibt. Das hatte im Juni der Holdinggesellschaft Porsche SE die Dax-Mitgliedschaft gekostet, weil der Baukonzern Hochtief auf Platz 32 sprang und damit die Lufthansa als 34. ausbremste. Denselben Rang hatte sie bereits im März belegt.
Sechs Jahre außerhalb des Leitindex
Die Lufthansa war 2020 wegen der Corona-Krise aus dem Dax abgestiegen und wartet seither auf die Rückkehr.
Als mögliche Dax-Absteiger gelten der Online-Modehändler Zalando und die Immobilien-Plattform Scout24. Beide dürften laut Matzke aber "mit hoher Wahrscheinlichkeit" nicht auf Platz 48 zurückfallen. Er sieht sie derzeit auf Rang 45 und 46.
In den Nebenwerteindizes MDax und SDax stehen keine größeren Änderungen bevor, nachdem der SDax im Juni bereits sieben neue Mitglieder bekommen hatte.