Viele Fluggesellschaften sind durch die starken Schwankungen am Kerosinmarkt erheblich belastet. Ein Teil der Airlines sei nicht in der Lage, sich gegen diese Preisrisiken abzusichern, sagte Daniel Chereau, Treibstoffexperte des Luftfahrtverbands IATA, auf der S&P-Global-Energiekonferenz in Nahost.
Besonders die gestiegenen Crack Spreads – die Raffineriemargen für Kerosin – belasteten die Branche. In Nordwesteuropa erreichten sie im März einen Rekordwert von über 121 US-Dollar (rund 105 Euro) pro Barrel, verglichen mit rund 30 Dollar vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar.
Airlines mit ausgefeilteren Absicherungsstrategien hätten zwar einen gewissen Puffer, doch die Entwicklung der Crack Spreads sei für die gesamte Branche ungünstig gewesen.
Der Nahe Osten versorgt einen Großteil der Welt mit Kerosin. Die effektive Schließung der Straße von Hormus und Angriffe auf Energieanlagen haben Produktion und Export des Treibstoffs aus der Region erheblich eingeschränkt.
Ein Nachfragerückgang zeichne sich im Luftverkehr ab – ausgelöst weniger durch die Kerosinpreise selbst als durch Flugstreichungen der Airlines. In einigen Teilen der Welt seien Flughäfen vorübergehend ohne Treibstoff ausgekommen.
Chereau warnte, solche Vorfälle könnten häufiger werden. Je länger der Konflikt andauere, desto stärker könnte die Nachfrage auch von der Passagierseite zurückgehen. Namen betroffener Airlines oder Flughäfen nannte er nicht.