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Der echte Cityline-Nachfolger
Wissen Sie, was mich aktuell bei der ganzen Aufregung um den Start der neuen Lufthansa City Airlines überrascht?
Jedenfalls nicht, dass der Konzern damit offenbar die Cityline ablösen will. Das ist schließlich schon seit vielen Monaten recht offensichtlich. Dass die Aussagen dazu von Carsten Spohr aus unserem Interview aus der vor-vergangenen Woche jetzt nochmal viral gehen... komisch.
Vielmehr frage ich mich, wie eigentlich Air Dolomiti in das ganze neue Lufthansa-Regional-Konstrukt hineinpasst. Die italienische Regionalairline in der Lufthansa Group fliegt immerhin schon heute für Lufthansa auf etlichen regionalen Strecken.
Hauptsitz der Italiener ist Verona. Wichtigstes Drehkreuz ist derweil München, aber auch ab Frankfurt wird bereits geflogen. Und die Flotte wächst – interessanterweise mit Ex-Cityline-Flugzeugen. Dabei stellt Air Dolomiti selbst das Personal ein.
Wer also wird hier wirklich zum Cityline-Nachfolger?
Wünsch Dir was!
Der Flughafen macht den Flugplan und entscheidet, wo es hingeht und wo nicht. So ungefähr stellen sich das viele Beobachter gerne vor. Natürlich hätten das auch die Flughäfen gerne genau so – "Wünsch Dir was" ist immer toll!
Leider spielen da die Airlines nicht mit. Die fliegen doch tatsächlich lieber dort, wo es sich lohnt… Sprich, sie fliegen da, wo es Verkehrsströme gibt, die versorgt werden wollen und wo sogar noch ein Gewinn übrig bleibt, wenn man die Kosten von den Erlösen abzieht.
In Zeiten knapper Kapazitäten sieben die Airlines noch mehr. Dann wandern die Flugzeuge dort hin, wo am meisten zu holen ist. Aktuell ist das in Deutschland eher weniger der Fall. Ganz generell ist Berlin eine Stadt fast ohne Einzugsgebiet und "Dank" Leipzig auch ohne Fracht.
Die Forderungen der ostdeutschen IHKs nach mehr Langstreckenverbindungen in Berlin und Leipzig gehört daher in die Kategorie "Wünsch Dir was", die sich zwar irgendwie nett anhört aber doch gleichzeitig so unrealistisch ist, dass man sich doch wundern muss.
Einzig in Sachen Luftverkehrsrechte kann die Politik etwas unternehmen. Mit Ausnahme Emirates (hier die Lösung) erscheinen mir fehlende Streckenrechte im Großen und Ganzen aber weniger das Problem, wenn man auf das magere Langstreckenangebot in BER und LEJ blickt.