Der Triebwerkshersteller GE Aerospace liegt nach eigenen Angaben auf Kurs, das obere Ende seiner Jahresprognose zu erreichen. Das Unternehmen hatte bislang einen bereinigten Gewinn je Aktie von 7,10 bis 7,40 Dollar (rund sechs bis 6,30 Euro) für 2026 in Aussicht gestellt.
Die aktualisierte Einschätzung berücksichtigt anhaltend hohe Rohölpreise bis mindestens Ende des dritten Quartals, eingeschränkte Kerosinverfügbarkeit sowie ein schwächeres globales Wirtschaftswachstum. Eine weltweite Rezession ist dabei nicht einkalkuliert.
"Angesichts der dynamischen geopolitischen Lage halten wir unsere Jahresprognose aufrecht und tendieren zum oberen Ende der Spanne – gestützt durch einen starken Jahresstart", sagte Vorstandschef Larry Culp.
Im ersten Quartal erzielte GE Aerospace einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,86 Dollar, nach 1,49 Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumsatz stieg um 25 Prozent auf 12,39 Milliarden Dollar.
Wartungsgeschäft profitiert von alten Flotten
GE Aerospace profitiert von zwei strukturellen Trends: Zum einen halten Lieferengpässe bei Neuflugzeugen trotz gesteigerter Auslieferungsraten bei Boeing und Airbus an, sodass Airlines ältere und wartungsintensivere Maschinen länger im Betrieb halten müssen.
Zum anderen verbessern sich die Lieferkettenbedingungen, was dem Unternehmen mehr Neutriebwerksauslieferungen ermöglicht. Triebwerkshersteller erwirtschaften einen Großteil ihrer Gewinne nicht aus dem Verkauf von Triebwerken, sondern aus langfristigen Wartungsverträgen mit Airlines.
Belastend wirken hingegen die stark gestiegenen Kerosinpreise infolge der US-israelischen Angriffe gegen den Iran, die den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus – eine zentrale Route für globale Öllieferungen – unterbrochen haben.
Airlines kürzen angesichts der höheren Kosten Kapazitäten und streichen unrentable Strecken. Dies könnte mittelfristig auch die Ausgaben für Flugzeugwartung und Ersatzteile dämpfen.