Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) beendet den Einpilotenbetrieb per Ausnahmegenehmigung für verschiedene Varianten der Geschäftsreisejet-Baureihe Cessna Citation. Neue Ausnahmen erteilt sie nicht mehr, bestehende Ausnahmen von Ausbildungsbetrieben entzieht sie.
Logbucheinträge, die Piloten bislang zum Alleinflug berechtigten, verlieren ihre Gültigkeit. Die Betroffenen dürfen die Jets nur noch mit einem Copiloten fliegen, der ebenfalls für den Typen qualifiziert sein muss. Die am Donnerstag unterzeichnete Grundsatzerklärung gilt ab ihrer Veröffentlichung im Federal Register am 28. September.
Betroffen sind bestimmte Citation CE-500-Varianten, die nach dem US-Regelwerk Part 25 in der Transport-Category zugelassen sind und mehr als 5,7 Tonnen, wiegen. Dazu zählen die Citation und Citation I, die Citation II, die Citation S/II, die Marineversion T-47A, die Citation V und Citation Ultra, die Citation Bravo sowie die Encore und Encore+.
Die FAA begründet den Schritt mit Sicherheitsbedenken und Verstößen gegen die Auflagen. Bei einer Überprüfung seit 2024 stellte sie unter anderem unvollständige Unterlagen und fehlerhafte, teils gefälschte Prüfungen fest.
Allein geflogene Part-25-Citations waren nach Auswertung der FAA in den vergangenen 18 Jahren etwa doppelt so häufig in Unfälle verwickelt. Die Behörde verweist außerdem auf zwei Unfälle, die die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB noch untersucht.
Ende Mai 2025 kamen beim Absturz einer allein geflogenen Citation sechs Menschen ums Leben. Mitte Dezember 2025 verunglückte in North Carolina eine Citation, deren Pilot ohne qualifizierten Copiloten flog. Die FAA hatte den Einpilotenbetrieb der CE-500-Baureihe seit 1984 per Ausnahme erlaubt.