Einige Fluggesellschaften zögern derzeit bei der Ausübung von Flugzeugkaufoptionen. Als Grund nannte Embraer-Chef Francisco Gomes Neto am Rande der IATA-Jahreshauptversammlung in Rio de Janeiro gegenüber "Reuters" die Unsicherheiten durch den Iran-Krieg, der die Kerosinpreise in die Höhe getrieben hat.
"Einige Unternehmen, die zuvor vereinbarte Optionen ausüben könnten, verschieben das etwas nach hinten, um besser zu verstehen, wie sich die Lage entwickelt", sagte er.
Verschiebungen bei Auslieferungen oder eine Verlangsamung laufender Vertriebskampagnen hat der brasilianische Flugzeughersteller nach eigenen Angaben bislang nicht verzeichnet. Der kommerzielle Auftragsbestand von Embraer umfasst derzeit Lieferungen für fast fünf Jahre.
Für die Farnborough Airshow im Vereinigten Königreich nächsten Monat strebt das Unternehmen den Abschluss mehrerer laufender Verkaufskampagnen für die E2-Familie an.
Starkes Vorjahr als Ausgangsbasis
Embraer will an Abschlüsse aus jüngster Zeit anknüpfen, darunter Vereinbarungen mit Finnair über 18 Flugzeuge und mit dem Leasingunternehmen Azorra über 15 Maschinen. "Es laufen mehrere Kampagnen", sagte Gomes Neto.
Ob das laufende Jahr an die Stärke des Vorjahres herankomme, sei offen. "Aber es sollte trotzdem ein gutes Jahr für die kommerzielle Luftfahrt werden."
Produktionsziel hängt an Lieferketten
Intern strebt Embraer für 2027 die Auslieferung von 95 bis 100 kommerziellen Flugzeugen an. Für das laufende Jahr liegt die Prognose bei 80 bis 85 Maschinen. Das Ziel stehe und falle weniger mit einer geopolitischen Entspannung als mit funktionierenden Lieferketten, sagte Gomes Neto.
Die seit der Pandemie bestehenden Engpässe besserten sich zwar schrittweise – doch der richtige Rhythmus müsse erst noch gefunden werden. "Es geht darum, den Takt richtig hinzubekommen", sagte er.
Embraer arbeitet zudem an einer Verbesserung der Margen im kommerziellen Luftfahrtgeschäft. Gomes Neto zufolge hat das Unternehmen einige ältere Verträge mit geringerer Rentabilität neu verhandelt.
Die stärkere Nachfrage nach neuen Abschlüssen solle künftig bessere Konditionen ermöglichen. Die Treibstoffeffizienz der E2-Familie sieht Embraer als wesentlichen Treiber für die weitere Nachfrage.