Das Auswärtige Amt räumt ein, dass die Nachfrage nach Visa für Deutschland in der Türkei die vorhandenen Kapazitäten deutlich übersteigt. Ein grundsätzlicher Umschwung sei "absolut wünschenswert", könne aber "letztlich nur im Rahmen einer Visaliberalisierung erreicht werden", teilte die Behörde auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur mit.
Die Verantwortung dafür liege bei der Türkei, die dafür nötigen EU-Reformvorgaben umzusetzen. Konkret verwies das Auswärtige Amt auf eine Neuregelung der Social-Media-Nutzung in der Türkei: Berechtigter Jugendschutz dürfe nicht zu weiteren Rückschritten bei Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit führen.
Das Auswärtige Amt verwies auf bereits getroffene Maßnahmen: Personal vor Ort sei verstärkt und der Prozess digitalisiert worden. Im Kreis der Schengen-Partner habe sich Deutschland zudem erfolgreich für großzügigere mehrjährige Visa eingesetzt.
Für Geschäftsreisende mit Deutschland-Bezug sei ein "Business Fast Track" eingeführt worden, der kurzfristige Reisen erleichtere. Diese Maßnahmen müssten nun Wirkung zeigen.