Eine Gruppe demokratischer Parlamentarier hat die US-Luftfahrtbehörde FAA aufgefordert, die Epinephrin-Pflicht an Bord nicht zu lockern. Derzeit müssen alle US-Fluggesellschaften Epinephrin für medizinische Notfälle an Bord haben, insbesondere für schwere allergische Reaktionen.
Verschickt haben das Schreiben die Senatoren Tammy Duckworth, Chuck Schumer, Cory Booker, Richard Blumenthal und Tammy Baldwin, die Kongressabgeordnete Doris Matsui und mehr als ein Dutzend weitere Parlamentarier (alle Demokraten). "Mehrere Dosen Epinephrin in jedem Flugzeug zu haben, in Darreichungsformen, die von Personen ohne medizinische Ausbildung leicht selbst verabreicht werden können, ist dringender denn je", hieß es darin.
Die Parlamentarier erklärten, das sei angesichts nicht gekennzeichneter Allergene in Speisen an Bord und einer stetig steigenden Zahl von Kindern mit Nahrungsmittelallergien entscheidend. Eine durch Zecken übertragene Krankheit, die lebensbedrohliche Allergien auslösen könne, trete zudem zunehmend häufiger auf. Auch bestehe die sehr reale Möglichkeit, dass auf einem Flug mehr als ein Passagier Epinephrin benötige.
Die FAA hatte im August vorgeschlagen, Fluggesellschaften bei den Anforderungen an medizinische Notfallausrüstung an Bord mehr Spielraum zu geben. Der Vorschlag sieht vor, die Checkliste mit medizinischen Gegenständen zu streichen und stattdessen leistungsbasierte Standards festzulegen. Die Airlines sollen demnach ausreichende Ressourcen vorhalten, um neun lebensbedrohliche Krankheitsbilder zu versorgen. Die FAA wollte sich nicht äußern, erklärte aber, sie werde vor der Verabschiedung der neuen Vorschriften "alle einschlägigen Stellungnahmen berücksichtigen".
Die Parlamentarier wiesen darauf hin, dass eine FAA-Arbeitsgruppe 2025 empfohlen habe, ein "vordosiertes automatisches Verabreichungsgerät" für Epinephrin vorzuschreiben. Das stehe im Gegensatz zu der vorgeschlagenen Maßnahme der Behörde. Auch die US-Ärztevereinigung American Medical Association äußerte Bedenken. Sie teilte der FAA mit, "einzelnen Fluggesellschaften zu erlauben, ihre medizinische Ausstattung selbst festzulegen, könnte die Sicherheit der Passagiere bei Notfällen während des Flugs gefährden", und bezog sich dabei auf Bedenken bei Epinephrin und einigen Diagnoseinstrumenten.
Dem Schreiben zufolge bestücken Jetblue Airways, Southwest, Frontier und Breeze Airways ihre Notfallkoffer bereits mit Epinephrin-Autoinjektoren. American Airlines führe sowohl Autoinjektoren in Erwachsenen- als auch in Kinderdosierung mit. Delta Air Lines sei dabei, ihre Flotte bis September 2027 mit Autoinjektoren in den Notfallkoffern auszustatten. United Airlines und Allegiant Air würden in diesem Jahr mit den Arbeiten dafür beginnen.