Der kanadische Luftfahrttechnologiekonzern CAE verkauft sein Softwaregeschäft für Airline Operations, Flightscape, an den IT- und Kommunikationsdienstleister Sita. Das gab CAE am Montag bekannt. Die Transaktion wird einschließlich Schulden mit 500 Millionen US-Dollar (447 Millionen Euro) bewertet. Der Abschluss wird im ersten Halbjahr 2027 erwartet, vorbehaltlich der nötigen Genehmigungen durch die Behörden.
Flightscape hilft Fluggesellschaften, Flüge zu planen, Crews einzuteilen und Boden- sowie Bordservices zu koordinieren. Nach Angaben von Sita nutzen mehr als 90 Airlines die Anwendungen jeden Tag, um ihren Flugbetrieb im gesamten Streckennetz zu planen und zu steuern.
CAE will den Erlös in sein Kerngeschäft mit Simulation und Training stecken. Mit dem Verkauf richtet sich der Konzern stärker auf das zivile und das militärische Kerngeschäft aus. Rund fünf Monate zuvor hatte CAE erstmals angekündigt, eine strategische Überprüfung des Bereichs einzuleiten.
Unter Vorstandsvorsitzendem Matthew Bromberg hat CAE die Anstrengungen verstärkt, Kosten zu senken und den Cashflow zu verbessern. Von einem Stellenabbau im April waren 280 Beschäftigte betroffen.
Sita will Störungen im Flugbetrieb schneller auffangen
Sita will mit dem Zukauf seine Stellung in der Steuerung des Airline-Betriebs ausbauen. Wie das Unternehmen in Genf mitteilte, sollen Fluggesellschaften damit besser begründete operative Entscheidungen treffen und bei Verspätungen oder Annullierungen rascher und abgestimmter gegensteuern können.
Integrieren will Sita die Flightscape-Produkte, sobald die Übernahme vollzogen ist. Bestehende Kunden sollten für ihre Anwendungen in Flugbetrieb und Inflight Services weiterhin betreut werden, kündigte Sita an. Die Software bleibe modular und offen, sodass Airlines einzelne Bausteine je nach Bedarf in ihre vorhandene IT einbinden könnten. Flightscape-Präsident Carter Copeland bezeichnete Sita als Käufer, der strategisch gut zu dem Unternehmen passe.
