Boeing hat die erste P-8A "Poseidon" für die Deutsche Marine ausgeliefert. Die offizielle Übergabe des Seefernaufklärers erfolgte am Firmensitz des US-Flugzeugherstellers in Seattle, wie Boeing mitteilte.
Der Seefernaufklärer mit dem Kennzeichen 63+01 ist das erste von insgesamt acht bestellten Flugzeugen dieses Typs für Deutschland. Die Maschine hatte kürzlich ihren Erstflug absolviert und die Integration der Missionssysteme in Seattle abgeschlossen.
Umgebaute Boeing 737
Die P-8A "Poseidon" basiert auf der zivilen Boeing 737-800, wurde jedoch umfangreich für militärische Zwecke modifiziert. Die Militärvariante nutzt die verstärkten Tragflächen der größeren 737-900 und erhielt strukturelle Verstärkungen am Rumpf. Hinter den Tragflächen wurde ein Waffenschacht für Torpedos und andere Waffen eingebaut.
Für die erhöhten elektrischen Anforderungen der Missionssysteme verfügt die P-8A über 180-kVA-Generatoren statt der 90-kVA-Generatoren ziviler 737-Modelle. Die Flugsteuerung wurde zudem für aggressivere Manöver bei niedrigen Flughöhen angepasst.
Die P-8A "Poseidon" ersetzt bei der Deutschen Marine die P-3C "Orion" des Marinefliegergeschwaders 3 am Fliegerhorst Nordholz. Mit Deutschland nutzen mittlerweile zehn Nationen den Flugzeugtyp: die USA, Indien, Australien, Großbritannien, Norwegen, Neuseeland, Südkorea, Deutschland, Singapur und Kanada.