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Berlin SXF ist jetzt BER Terminal 5

Die BER-Eröffnung hat begonnen. Berlin-Schönefeld heißt ab sofort nicht mehr SXF. Stattdessen ist dem Flughafen jetzt das Iata-Kürzel BER zugewiesen. Gleichzeitig starten auch Busse und Bahnen schrittweise den Betrieb.

BER Terminal 5 © airliners.de / Andreas Sebayang
Der Busbahnhof im Bau vor dem Terminal 5. © airliners.de / Andreas Sebayang
Der Flughafenbahnhof BER Terminal 5 wurde neu gestrichen. © airliners.de / Andreas Sebayang

Ab sofort ist es formal möglich, den neuen Flughafen Berlin Brandenburg mit dem Iata-Kürzel BER zu nutzen. Die Umbenennung von Berlin Schönefeld zum BER Terminal 5 ist schon seit einigen Wochen baulich im Gange und nun als erste Phase der Flughafeneröffnung abgeschlossen.

Im Zuge der Umbenennung wurde jetzt auch das Wegeleitsystem am Bahnhof Schönefeld umgestaltet. Es geleitet Passagiere von der Bahn zum "neuen" Terminal 5. Die Unterführung des Bahnhofs wurde zudem neu gestrichen und auch Handläufe folgen nun einem Farbsystem. Zahlreiche aufgemalte Pfeile sollen die Orientierung verbessern. Modernisierte Anzeigesysteme sind allerdings nicht zu finden. Die Veränderungen sind eher optischer Natur.

Der Busbahnhof wird nicht rechtzeitig fertig

Ein Problem ist derzeit noch die Zuführung der Busse zum Terminal-Gelände. Eigentlich sollte schon vor etwa einem halben Jahr mit dem Bau des Busbahnhofs begonnen werden, der die Buslinien am Terminal 5 neu sortiert. Vom Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) hieß es im Dezember 2019 noch: "Fertigstellung spätestens bis zur Inbetriebnahme des BER". Erste Zweifel kamen jedoch auf, als sich im Juli 2020 nur minimale Bauaktivitäten zeigten und die Flughafengesellschaft keine Informationen zum Stand des Baus hatte. Bei einer Begehung des Bereichs zeigt sich aktuell immerhin eine große Baustelle.

Der neue Busbahnhof am Terminal 5 ist noch eine Baustelle. Foto: © airliners.de, Andreas Sebayang

Dass die Bauarbeiten zum neue Busbahnhof bis zur Eröffnung des BER Terminal 1 Ende Oktober abgeschlossen sein würden, konnten Bauarbeiter auf Nachfrage hin ausschließen. Zu aufwendig sind die notwendigen Bauten. Für per ÖPNV ankommende Fluggäste kann das zu einem Problem werden, denn die erst im August aktualisierten Standortpläne der BVG zeigen die baubedingten Umleitungen nicht und auch um das BER Terminal 5 wurden Hinweisschilder mit Stand vom August verteilt.

Das betrifft zwar nur wenige Fahrgäste, doch die Buslinien, die anders geleitet werden, fahren mitunter nur im 30-60 Minutentakt. Wer durch die falsche Wegführung den Bus verpasst, muss lange warten.

Die Bahnen fahren schon zum Terminal 1/2

Abseits dieser Probleme sind die Ausschilderungen der BER-Anbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im gesamten Stadtgebiet schon weitestgehend abgeschlossen. Schilder der S-Bahnhöfe zeigen etwa nicht mehr Schönefeld an, sondern "BER T5" und "BER T1/2".

Die Erweiterung des Schienenverkehrs wird Flughafens auch - in Phasen durchgeführt. Am heutigen Sonntag fährt ein Eröffnungszug zum Terminal 1. Am Montag, den 26. Oktober, fahren dann erste S-Bahnen bereits durch zum neuen Terminal. Das ist für Mitarbeiter besonders wichtig, die sich bisher den 30-Minuten-Takt der Bus-Linie 743 nutzen mussten, um zum BER zu kommen. Gefahren wird allerdings nur in der Früh (ca. 5:30 Uhr bis 9:00 Uhr) und am Nachmittag (14:15 Uhr bis 18:15 Uhr) mit der S-Bahnlinie S9.

Am 29. Oktober, also zwei Tage vor der Inbetriebnahme des Terminal 1, fährt die S9 dann bereits ihren normalen Fahrplan alle 20 Minuten. Dazu ergänzt die S45 den Betrieb, sodass ein zehn-Minuten-Takt bereitgestellt wird. An Wochenenden fährt die S9 zudem über die Nacht mit einem 30-Minuten-Takt durch.

Aus SXF und TXL wird BER

Der Schönefelder Flughafen-Code SXF ist seit dem 25. Oktober auf BER umgestellt. Ab dann operiert der bestehende Flughafen als BER Terminal 5. Am 31.10. wird dann auch Terminal 1, also der Neubau eröffnet.

Lufthansa und Easyjet sollen gegen 14 Uhr erstmals am neuen Flughafenteil andocken. Die Chefs beider Airlines werden dazu in Berlin erwartet. Nach einer Begrüßung der zwei Maschinen und der Delegationen beginnt der reguläre Flugbetrieb im Terminal 1. Das neue Terminal 2 ist ebenfalls fertig, bleibt wegen Corona aber vorerst geschlossen.

Easyjet wird ihre in Tegel stationierten Flugzeuge am 31.10. auf den Rückkursen am Nachmittag zum BER einfliegen. Erste Abflüge vom BER sind dann am 1. November früh morgens geplant. Um 6:45 Uhr fliegt die erste Maschine vom BER nach London-Gatwick. Die restlichen Airlines ziehen in den Folgetagen um.

Erst am 4. November soll allerdings auch die neue BER-Südbahn in Betrieb gehen. Mit einem ersten Abflug der Qatar Airways von der neuen Bahn gegen zehn Uhr morgens geht der BER dann schlussendlich auch planungsrechtlich in Betrieb.

Regionalverkehr wird zur Eröffnung umgestellt

Am 31. Oktober folgt schließlich die BER-Anbindung durch Regional- und Fernbahnverkehr. Neu hinzu kommt dann auch der Flughafenexpress FEX, der, bedingt durch jahrzehntelange Verzögerungen bei der Dresdner Bahn, bis Ende 2025 erst einmal einen Umweg fahren muss. Vom Hauptbahnhof geht es erst nach Norden und es werden auch nur zwei Züge pro Stunde angeboten.

Der VBB betont, dass die FEX-Züge ein besonders großes Angebot für Gepäck bieten. Die Regionalbahnlinien RE7, RB14 und RB22 werden in diesem Zuge nicht mehr Schönefeld anfahren, sondern direkt zum Terminal 1 geleitet. Das gilt auch für die alle zwei Stunden angebotene Intercity-Anbindung.

S-Bahn zum BER. Foto: © Aviation Services & Media, Lutz Schönfeld

Erstmals wird es dann auch möglich sein, am Flughafen Berlin-Brandenburg Fahrscheine für Fernzüge zu kaufen. Zwar fährt die IC-Linie 17 bereits seit Monaten vom Flughafen nach Rostock und Dresden. Doch die Deutsche Bahn hatte bisher keine Automaten aufgestellt, die entsprechende Tickets verkaufen können.

Mit der Inbetriebnahme des Terminal 1 gibt es am BER dann sowohl ein Reisezentrum mit Personal als auch Automaten, denen das entsprechende Verkaufsprogramm aufgespielt wurde. Die Automaten für den VBB (Nahverkehr) und die Deutsche Bahn (Fernverkehr) sehen allerdings fast gleich aus abseits einer aufgemalten Markierung.

Zwei Premium-Buslinien führen zum BER

Im Zuge der BER-Inbetriebnahme am 31. Oktober werden auch zwei spezielle Buslinien mit "Komfortzuschlag" als Airportshuttle eingeführt. Der Bayernexpress betreibt etwa die Buslinie BER1. Dieser fährt ab Rathaus Steglitz stündlich nonstop zum Terminal 1/2. Interessanterweise fährt der Bus nicht ab dem überdachten Busbahnhof (Steglitzer Kreisel) und am Flughafen wird Terminal 5, als Schönefeld alt, ausgelassen. Die Fahrt dauert etwa 50 Minuten und kostet zwischen sieben und acht Euro Aufpreis zu einem VBB-Ticket.

Die Linie BER2 wird von Anger Bus betrieben. Hier handelt es sich um einen Stadtbus mit einem Zuschlag von fünf bis sechs Euro. Der Bus bietet 15 Mal pro Tag eine direkte Verbindung von Potsdam und deckt Teile des südlichen Speckgürtels von Berlin ab (Stahnsdorf, Teltow). Im Unterschied zum BER1 hält dieser Bus auch am Terminal 5. Die Fahrtdauer liegt bei etwa 47 Minuten zum Terminal 5. Neun Minuten später ist der Bus am Terminal 1/2.

Die Buslinie ist schneller als die direkte Bahnverbindung von Potsdam aus, da der Umbau des Bahnhofs Pirschheide noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird.

Das ist auch mit andere BER-Bahnanbindungen so. Der neue Flughafen hat zwar einen modernen Bahnhof direkt unter dem Hauptterminal mit guter Kapazität an Gleisen, allerdings ist die Infrastruktur in der weiteren Umgebung noch lange nicht fertig. Ein weiteres Beispiel ist die direkte Anbindung von Südbrandenburg (Cottbus), die voraussichtlich erst 2030 möglich wird.

© VBB, Lesen Sie auch: Ein Blick auf die neuen BER-Buslinien und weitere Planungen

Von: Andreas Sebayang

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