Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus zeigt sich zuversichtlich, genügend Triebwerke von seinem Zulieferer CFM International zu erhalten, um seine Produktionsziele für 2024 zu erreichen. "Kurzfristig ist es sehr eng [...]. Ich werde erst Ende November Gewissheit haben", sagte Airbus-Chef Guillaume Faury der Nachrichtenagentur "Reuters".
"Es sollte in Ordnung sein; ich weiß es noch nicht", fügte er an. "Es wird sich um einige wenige Triebwerke handeln – und nicht um Dutzende von Triebwerken – wenn überhaupt."
Die Kommentare von Faury vermitteln – wenn auch sorgfältig abgewogen – einen entspannteren Ton in Bezug auf die Triebwerkslieferungen seit dem vergangenen Sommer. Außerdem erfolgten hinter den Kulissen Verhandlungen über die Zuteilungen der Triebwerke, wie Branchenkenner berichteten.
In einem Gespräch mit "Reuters" am Rande einer Branchenveranstaltung in Brüssel schlug Faury jedoch versöhnliche Töne an und sagte, dass die jüngsten Hurrikanschäden in den USA die Lage nicht gerade erleichtert hätten. Sie kämen zu den industriellen Herausforderungen hinzu. "CFM leistet unter diesen Umständen recht gute Arbeit", sagte er.
Solche Kommentare werden genau unter die Lupe genommen, um das Vertrauen der Flugzeughersteller in ihre Ziele zu messen. Analysten warnen, dass die Lieferketten weiterhin unvorhersehbar bleiben und bei der Lieferung anderer Teile für Überraschungen sorgen könnten.
Airbus lieferte im Oktober 62 Jets aus, womit sich die Gesamtzahl in den ersten zehn Monaten des Jahres auf 559 beläuft. Der Flugzeughersteller steht vor der Herausforderung, in den letzten zwei Monaten dieses Jahres etwa 200 Flugzeuge auszuliefern, um das Ziel von "etwa" 770 Jets für 2024 zu erreichen – eine Aufgabe, die einigen Analysten zufolge zunehmend unerreichbar erscheint.
Airbus hatte im Juli sein jährliches Auslieferungsziel von 800 auf etwa 770 Jets gesenkt und dies mit Problemen in der Lieferkette bei CFM sowie Engpässen bei anderen Teilen begründet.
CFM, das Joint Venture von GE und Safran, ist einer von zwei Zulieferern für die A320-Neo-Familie, das meistverkaufte Modell von Airbus. Von Januar bis September hat Airbus insgesamt 497 Verkehrsflugzeuge an die Kunden übergeben.