Die spanische Regierung hat einen neuen fünfjährigen Regulierungsrahmen für Flughäfen gebilligt. Er erlaubt dem Flughafenbetreiber Aena, die Gebühren für Fluggesellschaften zwischen 2027 und 2031 um durchschnittlich 0,33 Prozent pro Jahr zu erhöhen. Das teilte Verkehrsminister Oscar Puente mit.
Die Erhöhung entspricht umgerechnet rund drei Cent pro Passagier und Jahr und hält die spanischen Flughäfen nach Einschätzung des Ministers weiterhin zu den wettbewerbsfähigsten in Europa.
Aena selbst hatte eine Erhöhung um 3,8 Prozent vorgeschlagen, was einem Aufschlag von 43 Cent pro Passagier und Jahr entsprochen hätte. Die Fluggesellschaftsverbände forderten dagegen eine jährliche Senkung der Gebühren um 4,9 Prozent über denselben Zeitraum.
Aena begründete ihre höhere Forderung mit einer niedrigeren erwarteten jährlichen Wachstumsrate der Passagierzahlen von 1,3 Prozent sowie mit Investitionsbedarf an großen Flughäfen, die an ihre Kapazitätsgrenzen stießen.
Milliardeninvestitionen und Wachstumsprognose bis 2031
Insgesamt sind zwischen 2027 und 2031 Investitionen von 13 Milliarden Euro in die spanischen Flughäfen vorgesehen. Davon sollen rund zehn Milliarden Euro aus regulierten Flughafeneinnahmen stammen, der Rest aus dem kommerziellen Geschäft Aenas, darunter Einzelhandel und Immobilien.
Die Regierung rechnet für die kommenden fünf Jahre mit einem durchschnittlichen jährlichen Passagierwachstum von 1,8 Prozent. Bis 2031 sollen die spanischen Flughäfen demnach mehr als 358 Millionen Passagiere abfertigen.
Spaniens Flughäfen haben sich nach der Corona-Pandemie schneller erholt als viele andere europäische Standorte und fertigen inzwischen mehr Passagiere ab als vor der Krise. In den ersten sieben Monaten des Jahres zählten sie 190,9 Millionen Passagiere. Allein im August erreichten sie mit 34,9 Millionen Reisenden einen Rekordwert.
Nach Angaben des Ministers tragen die spanischen Flughäfen rund 5,9 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt des Landes bei und sichern etwa 600.000 Arbeitsplätze.