Urabstimmung über Pilotenstreiks bei Lufthansa

04.02.2014 - 09:56 0 Kommentare

Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings sind seit heute zu Urabstimmungen über Streiks aufgerufen. Der Kranich-Airline bleiben knapp sieben Wochen, um einen Ausstand abzuwenden.

Piloten der Lufthansa sind derzeit zur Urabstimmung über einen Streik aufgerufen.

Piloten der Lufthansa sind derzeit zur Urabstimmung über einen Streik aufgerufen.
© dpa - Boris Roessler

Eine startende Boeing 737 Lufthansa fliegt am Leitwerk einer weiteren Lufthansa-Maschine vorbei.

Eine startende Boeing 737 Lufthansa fliegt am Leitwerk einer weiteren Lufthansa-Maschine vorbei.
© dpa - Arne Dedert

Die Vereinigung Cockpit (VC) hat die rund 5.400 Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings seit heute zu Urabstimmungen über Streiks aufgerufen. Grund sind die zum Ende des vergangenen Jahres gekündigten Versorgungstarifverträge im Konzern, teilte VC mit. Zudem habe Lufthansa erklärt, die gesetzliche Nachwirkung beim Tarifvertrag Übergangsversorgung nicht anerkennen zu wollen. Die Auszählungsergebnisse sollen am 21. März veröffentlicht werden.

Für die Piloten bedeuten die Lufthansa-Pläne das unter anderem, im Falle einer gesundheitlichen Fluguntauglichkeit ohne die ebenfalls im Tarifvertrag geregelte Absicherung dazustehen, hieß es in einer VC-Mitteilung weiter. Der Tarifvertrag Übergangsversorgung leistet aus Sicht der VC darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit. „Aufgrund der hohen Belastung für Piloten ist es notwendig, dass jeder den richtigen Zeitpunkt für das Ausscheiden am Ende der Laufbahn selbst bestimmen kann. Das funktioniert nur bei entsprechender Übergangsversorgung“, erklärte die Vorsitzende Tarifpolitik, Ilona Ritter. Die Verhandlungen dazu seien Ende 2013 gescheitert.

Bis die Auszählungsergebnisse der bereits Mitte Januar angekündigten Urabstimmung feststehen, "hat die Konzernführung ausreichend Zeit, eine Kurskorrektur vorzunehmen und Streiks doch noch zu vermeiden“, so Ilona Ritter.

Die Lufthansa hatte Anfang September 2013 angekündigt, ihr System der betrieblichen Altersversorgung sowie der Übergangsregelungen für fliegendes Personal in Deutschland reformieren zu wollen. Die Kündigung der entsprechenden Tarifverträge wurde zum Jahresende wirksam.

Bereits mit Bekanntwerden der Pläne hatte die Gewerkschaft Verdi dem Lufthansa-Vorstand vorgeworfen, die Beschäftigten massiv verunsichert zu haben. Auch die übrigen Gewerkschaften hatten verärgert reagiert. Scharfe Kritik war von der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (Ufo) gekommen. Aus Ufo-Sicht drohte sogar eine tarifliche Eiszeit. Die VC hatte die Lufthansa-Pläne als Affront gegenüber den Kollegen bezeichnet.

Von: airliners.de mit Vereinigung Cockpit
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