Bearbeitungsentgelt bei Flug-Stornierung ist nicht rechtens

23.09.2014 - 13:12 0 Kommentare

25 Euro Bearbeitungsgebühr hat eine Fluggesellschaft verlangt, falls der Flug vom Passagier storniert oder nicht angetreten wird. Zu Unrecht, befand jetzt ein Gericht. Und auch in einem weiteren Vertragspassus kamen sie zu einem Urteil.

Eine Frau steht telefonierend am Flughafen. - © © SITA -

Eine Frau steht telefonierend am Flughafen. © SITA

Für eine Flugstornierung darf die Airline kein Bearbeitungsentgelt verlangen. Das Berliner Kammergericht untersagte nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) diese Praxis einer deutschen Airline (Az.: 5 U 2/12). Passagiere sollten dort nach einer Vertragsklausel 25 Euro Bearbeitungsgebühr zahlen, wenn sie einen gebuchten Flug stornieren oder nicht antreten. Das Bearbeiten einer Stornierung sei aber keine Leistung, für die die Airline extra kassieren darf. Kunden hätten ein gesetzliches Kündigungsrecht, entschieden die Richter.

Weiter untersagten sie, den Anteil der Steuern und Gebühren am Ticketpreis zu niedrig auszuweisen. Die Airline hatte für Flüge von Berlin nach Frankfurt Steuern und Gebühren von 1 beziehungsweise 3 Euro angegeben. Das sollte nach Ansicht des vzbv Kunden nach einer Stornierung davon abhalten, Steuern und Gebühren zurückzufordern. Mit der Realität hätten die niedrigen Steuern und Gebühren jedoch nichts zu tun, entschieden die Richter. Allein das Passagierentgelt des Frankfurter Flughafens belaufe sich in der Regel auf 14,70 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Boeing 737 von Ryanair. Zweite Instanz lehnt Ryanair-AGBs ab

    Fluggastrechteportale arbeiten mit festen Provisionen. Ein Dienstleister hingegen kauft Passagieren ihre Ansprüche ab und macht diese dann geltend. Ryamair stellte dies infrage und zieht den Antrag gegen ein Urteil aus erster Instanz nun zurück.

    Vom 25.09.2018
  • Luftrecht kann eine komplizierte Angelegenheit sein. Entschädigung: E-Mail muss Airline erreichen

    Recht auf eine Entschädigung bei Flugverspätung hat nur, wer nachweisen kann, dass seine Zahlungsaufforderung auch bei der Airline angekommen ist. Bei E-Mails reicht der Ausdruck vom eigenen Computer.

    Vom 13.09.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus