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"Wir hoffen, dass uns die EU nicht im Stich lässt"

Mit einem Brandbrief wenden sich die großen europäischen Luftfahrt- und Reiseverbände direkt an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Wenn die EU nicht handele, seien bis zu 27 Millionen Arbeitsplätze in Schwierigkeiten.

Anzeigetafel in Zeiten der Corona-Pandemie. © dpa / Lino Mirgeler

In ihrem Kampf für einheitliche, verlässliche Reiseregeln in Europa hat die Reiseindustrie in der EU-Kommission zwar eigentlich einen natürlichen Verbündeten, doch scheinbar scheint man nicht wirklich darauf zu vertrauen, dass Brüssel eine schnelle Umsetzung gelingt. Die führenden Verbände der europäischen Tourismus-Branche wandten sich nun in einem offenen Brief direkt an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Der von der Kommission vorgeschlagene Koordinierungsrahmen habe die volle Unterstützung der Branche, beginnt der Brief. Das Vorhaben "stellt einen dringend benötigten Schritt in die richtige Richtung dar". Es scheine jedoch so, dass viele Mitgliedstaaten erhebliche Vorbehalte hätten. Das sei eine unmittelbare Bedrohung der Existenzgrundlage von mehr als 27 Millionen Europäern, die ihren Arbeitsplatz bei Fluggesellschaften, Flughäfen, Bodenabfertigern, Caterern, Reise- Einzelhändlern, Flugsicherungsdienstleistern, Reiseveranstaltern, Hotels, Restaurants, Cafés, Reisebüros, Straßentransportunternehmen und Logistikdiensten, Campingplätzen, Ferienparks, Taxiunternehmen, Fremdenverkehrsämtern und -behörden und allen damit verbundenen Lieferketten hätten.

© dpa, Jdidi Wassim/SOPA Images via ZUMA Wire Lesen Sie auch: Ampelsystem soll pauschale Reisewarnung ersetzen

Der Reise- und Tourismussektor mache mehr als 10 Prozent des europäischen BIP aus und verfüge über einen starken Multiplikatoreffekt, so der Brief, der auch vom Münchner Flughafenchef Jost Lammers in seiner Funktion als Präsident des europäischen Flughafenverbandes ACI Europe unterschrieben ist. Die chaotische Situation in Europa erfordere das sofortige persönliche Engagement von der Leyens als Präsidentin der Europäischen Kommission. Sie müsse dem Thema die oberste Priorität einzuräumen und es unverzüglich mit den Staatsoberhäuptern und Regierungschefs angehen.

Neben dem Koordinierungsrahmen ist ein einheitliches Testregime eines der wichtigsten Anliegen der Branche. Quarantänen seien kein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Epidemie, und das ECDC (European Center for Disease Control) rate Staaten ausdrücklich von solchen Beschränkungen ab. Die aktiven Aufforderungen der Regierungen, Reisen ins Ausland innerhalb Europas zu vermeiden, verteufelten die Reiseindustrie und einen integralen Bestandteil der europäischen Lebensweise. Das müsse aufhören, echauffieren sich die Verbände. Man fordere die Kommission daher auf, eine Führungsrolle bei der Entwicklung eines EU-Test-Regulierungsplans für Reisen zu übernehmen, um Quarantänemaßnahmen zu vermeiden und Grenzen wieder zu öffnen.

Von: dk

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