Beamte der US-Luftsicherheitsbehörde Transportation Security Administration (TSA) dürfen bei der Ausweiskontrolle an den Sicherheitskontrollen von US-Flughäfen künftig nicht mehr sitzen. Das teilten die Behörde und eine große Gewerkschaft am Dienstag mit.
Die TSA erläuterte die Entscheidung wie folgt. "Diese willkommene Änderung stärkt sowohl unsere Sicherheitsaufstellung als auch unser Bekenntnis zur Gastfreundschaft, indem diese Beamten auf den Beinen und wachsam sind", teilte die Behörde mit. "Alle Beamten müssen die Anforderungen an die Dienstfähigkeit erfüllen, um ihre wichtige Aufgabe für die nationale Sicherheit wahrnehmen zu können."
Zuvor hatte der US-Sender CNN über die Änderung berichtet, die offenbar bei vielen Mitarbeitern gar nicht gut ankommt. Die Gewerkschaft "AFGE TSA Council 100", die die Beschäftigten vertritt, kritisierte die Maßnahme als "Missachtung der Rechte und der Sicherheit der Beschäftigten". Die Stühle dienten den Beamten als "grundlegende ergonomische und sicherheitsrelevante Unterstützung".
Die Kontroverse ist ein neuer Konflikt im Umgang der Trump-Regierung mit den TSA-Mitarbeitern. Ein langer Stillstand der Regierungsgeschäfte im Frühjahr hatte dazu geführt, dass 50.000 TSA-Beschäftigte sechs Wochen lang keinen Lohn erhielten. Die Folge waren große Störungen an den Flughäfen, unter anderem Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen von vier Stunden und mehr.
Regierung will Stellen und Budget der TSA kürzen
US-Präsident Donald Trump (Republikaner) hatte im April vorgeschlagen, bei der TSA mehr als 9400 Stellen zu streichen und das Jahresbudget um gut 1,5 Milliarden US-Dollar zu kürzen. Das entspricht rund 20 Prozent. Die Behörde beschäftigt 60.000 Menschen und ist für die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen zuständig.
Zudem hatte Trump vorgeschlagen, kleinere Flughäfen zum Einsatz privater Sicherheitsdienste zu verpflichten. Damit würden bei der TSA mehr als 4500 Stellen wegfallen. Es wäre ein erster Schritt hin zu einer Privatisierung der Behörde, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gegründet worden war. Rund 20 US-Flughäfen, darunter San Francisco, Kansas City und Sarasota in Florida, setzen dennoch seit Jahren private Sicherheitskontrolleure ein.