Sun Express hat in den ersten neun Monaten des Jahres rund 12,5 Millionen Passagiere befördert und damit das Niveau des Vorjahreszeitraums gehalten. Der Sitzladefaktor stieg im selben Zeitraum von 84 auf 86 Prozent, wie die deutsch-türkische Ferienfluggesellschaft mitteilte.
Wegen der hohen Kerosinpreise hatte Sun Express ihre Wachstumspläne in diesem Jahr angepasst. Im Gesamtjahr erwartet die Airline wie 2025 rund 16 Millionen Passagiere. Für das laufende Jahr rechnet Schnabel mit einem Ergebnis um die schwarze Null.
Für 2027 rechnet Sun-Express-Chef Marcus Schnabel nun mit höheren Ticketpreisen. Günstiger werde Fliegen ganz sicher nicht, sagte er am Dienstag bei einem Pressegespräch in Frankfurt. Er gehe davon aus, dass die Preise steigen, zumindest nach letztem Stand. Bei Pauschalreisen sei das noch nicht ausgemacht, auch dort erwarte er aber eine leichte Preissteigerung.
Wie stark die Preise anziehen, hängt nach Schnabels Worten vor allem vom Treibstoffpreis ab, den er aktuell als Hauptthema für die Airlines bezeichnete. Die Versorgung mit Kerosin sei in der Türkei dagegen kein Problem.
Mit Reiseveranstaltern diskutiert die Airline derzeit, wie sich der Treibstoffpreis künftig anders berücksichtigen lässt. Denkbar sei etwa, für eine gewisse Zeit einen bestimmten Treibstoffpreis zugrunde zu legen und bei niedrigeren Preisen einen Ausgleich zu zahlen, oder ein Kerosinzuschlag, der mit dem Marktpreis steigt und sinkt.
Er wolle sich als Airline "nicht an einem teuren Preis für Kerosin bereichern", sagte Schnabel. Die Mehrkosten müssten aber gedeckt sein, damit Sun Express keine Verluste schreibe. Falle der Treibstoffpreis, sei es für ihn in Ordnung, die Preise wieder anzupassen. Im Frühjahr hatte Sun Express ab Mai einen Kerosinzuschlag von zehn Euro pro Passagier und Streckenabschnitt auf Flügen zwischen der Türkei und dem europäischen Festland eingeführt.
Sommerplus im DACH-Markt
Im Sommer von April bis September beförderte Sun Express nach Angaben der Airline 10,5 Millionen Passagiere. Auf Verbindungen zwischen der Türkei und Deutschland, Österreich und der Schweiz waren es 6,5 Millionen, ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Sommer 2025 mit 6,3 Millionen. Von Januar bis September entfielen 7,4 Millionen Passagiere auf diese drei Länder, die zusammen der größte Quellmarkt der Airline sind.
"Die Entwicklung in diesem Jahr zeigt, dass die Nachfrage nach Reisen in die Türkei trotz eines herausfordernden Marktumfelds weiterhin stabil ist", sagte Schnabel vor Journalisten in Frankfurt. Die Menschen wollten weiterhin reisen, blieben aber tendenziell kürzer, etwa zehn Tage statt zwei Wochen, sagte er beim Pressegespräch.
Für 2027 erwarte er aus dem DACH-Markt ein leichtes Wachstum der Türkei-Reisen. Die Vorausbuchungen für den kommenden Sommer liegen nach Angaben der Airline auf Vorjahresniveau, die geopolitische Lage führe allerdings zu kurzfristigeren Buchungen. Anfang Oktober hatte Schnabel angekündigt, das Angebot im DACH-Raum 2027 auf dem Niveau dieses Jahres zu halten.
Neun neue Strecken im Sommer 2027
Im Sommer 2027 führt Sun Express das bestehende Streckennetz fort und nimmt neun Verbindungen neu auf. Aus Deutschland kommen die Strecken Weeze–Antalya, Hannover–Dalaman und Köln/Bonn–Bodrum hinzu. Zudem setzt die Airline die Verbindung Leipzig/Halle–Dalaman, die sie im Oktober anbietet, im Sommer fort. Aus Österreich ist Wien–Dalaman neu.
Die übrigen vier neuen Strecken führen nicht in den DACH-Raum. Ab Izmir fliegt Sun Express künftig nach Astana, Bukarest und Chisinau, ab Antalya nach Almaty. Der Schwerpunkt bleibe der DACH-Markt, Zentralasien diene aber der Diversifizierung, sagte Schnabel. Bei einer Krise im Heimatmarkt stehe die Airline sonst auf einem Bein. Auch Usbekistan sei für Sun Express interessant. In Großbritannien konzentriert sich die Airline nach seinen Angaben stärker auf Ballungsräume wie London und Manchester und will dort in den kommenden Jahren überproportional wachsen.
Winterangebot auf Vorjahresniveau
Im Winter 2026/27 bietet Sun Express im gesamten Netz rund 4,5 Millionen Sitze an, etwa so viele wie ein Jahr zuvor. Eigentlich habe die Airline etwas mehr fliegen wollen, wegen der Treibstoffpreise aber darauf verzichtet, sagte Schnabel. Um Weihnachten könne das Angebot je nach kurzfristiger Buchungsentwicklung noch aufgestockt werden.
Rund 80 Prozent der Reisenden zwischen Deutschland und der Türkischen Riviera fliegen im Winter nach Schnabels Angaben mit Sun Express. Im Oktober verzeichne die Airline inzwischen nahezu jedes Jahr rund zehn Prozent mehr Passagiere, sagte er.
