Singapur wird nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) künftig über eine neu gegründete staatliche Gesellschaft beschaffen. Das hat die Zivilluftfahrtbehörde des Landes bekannt gegeben.
Singapur hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil nachhaltigen Kraftstoffs an den Flughäfen Changi und Seletar bis zum kommenden Jahr auf ein Prozent zu erhöhen. Finanziert werden soll dies durch eine Abgabe, die auf alle Passagiere und Fracht erhoben wird, die das Land verlassen.
Bis 2030 soll der Anteil von SAF auf drei bis fünf Prozent steigen. Dies hänge allerdings von globalen Entwicklungen sowie der breiteren Verfügbarkeit und Akzeptanz des Kraftstoffs ab, so die Zivilluftfahrtbehörde.
Die neue Staatsgesellschaft mit dem Namen Singapore Sustainable Aviation Fuel Company ("SAFCo") wird für die Erhebung der Abgabe verantwortlich sein. Mit den Einnahmen soll ein Fonds aufgebaut werden, um SAF zu erwerben und an Passagier- und Frachtflüge zu verteilen.
Die Behörde hatte zuvor geschätzt, dass zusätzliche Abgaben zwischen drei und 16 Singapur-Dollar (etwa drei bis 10,60 Euro) auf Passagiere der Economy Class erhoben werden könnten. Die Höhe hängt von der Flugdistanz ab.
Die Europäische Union hat Airlines in diesem Jahr verpflichtet, mehr nachhaltigen Flugkraftstoff einzusetzen. Die Beimischungspflicht beginnt bei zwei Prozent und soll bis 2030 auf sechs Prozent steigen. Airlines in anderen Märkten müssen ihren SAF jedoch selbst beschaffen.
Dies veranlasste den internationalen Luftverkehrsverband IATA, Verkäufern überhöhte Preise vorzuwerfen. SAF kostet typischerweise drei- bis fünfmal mehr als herkömmliches Kerosin.