Ryanair erwägt nun doch, künftig WLAN an Bord anzubieten. Das sagte Ryanair-Chef Eddie Wilson auf einer Pressekonferenz in Berlin – Monate nachdem Ryanair-Group-Chef Michael O'Leary Satelliteninternet noch kategorisch abgelehnt hatte.
Als mögliche Anbieter nannte Wilson Starlink und Amazon Kuiper. Die Airline beobachte beide Optionen weiter. Voraussetzung für eine Entscheidung sei, dass die Technologie ohne zusätzlichen Treibstoffverbrauch auskomme. Angesichts der aktuell stark gestiegenen Kerosinpreise sei alles, was den Verbrauch erhöhe, keine Option. "Wenn die Technologie soweit ist, dass kein Treibstoffmehrverbrauch entsteht, sind wir sofort dabei", sagte Wilson.
Ryanair-Group-Chef Michael O'Leary hatte den Einbau von Satelliteninternet im Januar abgelehnt. Er verwies auf den Luftwiderstand der Außenantennen und schätzte die jährlichen Mehrkosten für die mehr als 600 Flugzeuge umfassende Flotte auf bis zu 250 Millionen US-Dollar (rund 215 Millionen Euro). Passagiere auf durchschnittlich einstündigen Flügen seien nicht bereit, für eine Internetverbindung zu zahlen.
Die Entscheidung löste einen öffentlichen Streit mit Starlink-Betreiber Elon Musk aus. Musk forderte daraufhin auf seiner Plattform "X" die Ablösung O'Learys und erwog, die Airline zu kaufen. O'Leary lud Musk wenig später zu einem Minderheitsinvestment bei Ryanair ein.