United Technologies und Raytheon wollen sich zusammenschließen

In der Luftfahrtindustrie bahnt sich eine Großfusion an: Die Konzerne Raytheon und United Technologies geben Pläne für einen Zusammenschluss bekannt. Die Fusion hebt "Raytheon Technologies Corporation" auf Augenhöhe mit Airbus.

Triebwerk vom Typ Pratt & Whitney PW 1500 G. © dpa / Wolfgang Kumm

Die Flugzeug- und Rüstungsindustrie bekommt einen neuen Giganten: Die US-Konzerne United Technologies und Raytheon haben sich auf einen Zusammenschluss geeinigt, wie die Firmen am Sonntag in einer gemeinsamen Mitteilung verkündeten. Die Transaktion werde komplett über Aktien laufen.

Die Fusion werde voraussichtlich in der ersten Hälfte des kommenden Jahres abgeschlossen werden. Gesellschafter des Luftfahrtunternehmens United Technologies würden dann rund 57 Prozent, Gesellschafter der Rüstungsfirma Raytheon rund 43 Prozent des neuen Konzerns halten, der Raytheon Technologies Corporation heißen werde.

Der Rüstungskonzern Raytheon ist vor allem für sein Patriot-Raketensystem und die Tomahawk-Marschflugkörper bekannt. United Technologies gehört mit seinen Pratt-and-Whitney-Motoren zu den Großakteuren der Luftfahrt.

Umsatz von "Raytheon Technologies Corporation" vergleichbar mit Airbus

In der Mitteilung hieß es weiter, die Fusion werde nicht die United-Technologies-Tochterfirmen Otis und Carrier umfassen, die zuvor - wie bereits im November angekündigt - vom Mutterkonzern abgespalten werden sollen. Die Aufsichtsgremien sowohl von United Technologies als auch von Raytheon hätten dem Zusammenschluss einstimmig zugestimmt.

Gemeinsam stehen beide Konzerne für einen Jahresumsatz von rund 74 Milliarden Dollar (rund 65 Milliarden Euro). Damit liegt er auf Höhe der Airbus-Umsätze, die 2018 rund 64 Milliarden Euro betrug. Der neue Konzern, der "Raytheon Technologies Corporation" heißen wird, hätte nach jetzigem Stand einen Börsenwert von 168 Milliarden Dollar.

United-Technologies-Chef Greg Hayes sagte der Mitteilung zufolge: "Die Kombination von United Technologies und Raytheon wird die Zukunft von Luftfahrt und Verteidigung bestimmen." Raytheon-Chef Tom Kennedy sprach von "enormen Chancen für unseren zukünftigen Erfolg".

Von: dh mit dpa, AFP

Lesen Sie jetzt

Boeing erwägt Massenentlassungen und verhandelt um Staatshilfen

In der Boeing-Passagierflugzeugsparte sollen bis zu 7000 Stellen gestrichen werden. Der ohnehin wegen der 737-Max geschwächte Hersteller ist von zahlreichen Stornos im Zuge der Corona-Krise betroffen. Jetzt beginnen Verhandlungen mit dem US-Finanzministerium.

Lesen Sie mehr über

Management Wirtschaft Technik Strategie Industrie Konsolidierung United Technologies Raytheon Raytheon Technologies Corporation