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München zahlt Airlines Millionen-Zuschüsse für neue Flüge

Eine bewährte Strategie von Airports, ihr Flugangebot auszuweiten, ist die Subvention bestimmter Strecken und Ziele. Der Flughafen München zahlte im vergangenen Jahr 25 Millionen Euro an verschiedene Airlines. Für die Grünen ein Skandal. Der Flughafen widerspricht entschieden.

Eine Boeing 737-800 der Corendon Europe am Flughafen München. © Flughafen München GmbH

Zur Erhöhung der Starts und Landungen hat der Flughafen München im vergangenen Jahr rund 25 Millionen Euro an Fluggesellschaften gezahlt. Dies geht aus einer Antwort der Staatsregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen im bayerischen Landtag hervor. "Im Jahr 2019 wurden insgesamt 31 Luftverkehrsgesellschaften in das Konzept einbezogen", heißt es.

Gefördert wurden seitens der Flughafen München GmbH (FMG) rund 18.000 Flugbewegungen zu 85 unterschiedlichen Zielen. Insgesamt verzeichnete der Flughafen im vergangenen Jahr 417.000 Flugbewegungen. "Fünf Ziele wurden vorher nicht am Flughafen München angeboten, bei 80 Zielen wurden zusätzliche Kapazitäten geschaffen. Damit konnte der Nachfrage neuer Kundengruppen Rechnung getragen werden."

Grüne: Ziele werden auch ohne Subventionen bedient

"Diese klimaschädlichen Subventionen sind erst recht ein Skandal, wenn man bedenkt, dass der Flughafen zu 100 Prozent der öffentlichen Hand gehört", sagte Johannes Becher (Grüne). Statt den Airlines Geld zu schenken und damit das Flugaufkommen künstlich aufzublähen, sollte die FMG es besser an die Gesellschafter des Flughafens, also den Freistaat Bayern, die Bundesrepublik Deutschland und die Landeshauptstadt München abgeben.

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Die Airlines bedienten mit den Subventionen zum ganz überwiegenden Teil Ziele, die bereits ohnehin schon von München aus angeflogen würden. "Wer den Luftverkehr künstlich aufbläst, schadet dem Klimaschutz und belastet die Bewohnerinnen und Bewohner rund um den Flughafen in unnötiger Weise", betonte Becher.

Flughafengesellschaft: Förderung ist an Europas Flughäfen gängige Praxis

Den Vorwurf sinnloser Übersubventionierung will der Flughafen jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Ein Sprecher der Flughafen München GmbH (FMG) führte gegenüber airliners.de aus, dass die FMG die befristete Unterstützung für bestimmte Flugverbindungen mit dem Ziel leiste, verkehrspolitisch für den Standort wichtige und wirtschaftliche Märkte zu erschließen.

"Derartige Förderkonzepte sind an den meisten europäischen Flughäfen gängige Praxis." Durch das Förderprogramm würden vor allem in der Anfangsphase bei einer Streckenaufnahme der hohe wirtschaftliche Aufwand sowie das unternehmerische Risiko der Fluggesellschaften abgefedert werden. Eine "exzellente" Anbindung Bayerns an das weltumspannende Luftverkehrsnetz trage erheblich zu Konjunktur, Beschäftigung und Standortqualität bei. Die nachfragegerechte Weiterentwicklung des Verkehrsangebotes von und nach München sei deshalb ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Wirtschaftsraums.

Die Fördermaßnahmen würden in jedem Einzelfall nach den einschlägigen Rechtsvorschriften mit den gängigen betriebswirtschaftlichen Verfahren auf der Basis externer Gutachten geprüft, führt der Flughafen weiter aus. Die Förderung erfolge also nur, wenn damit neben der Verbesserung des Verkehrsangebots die Wirtschaftlichkeit des Flughafens weiter erhöht werden könne. Daher seien die Erträge, die die FMG durch neue Verbindungen generiert, immer deutlich höher als die Summe der eingesetzten Fördermittel. Derartige Förderkonzepte sind im Übrigen an den meisten europäischen Flughäfen gängige Praxis.

© Flughafen München, Lesen Sie auch: München plant Ausbau für zehn Millionen zusätzliche Passagiere

Von: dk, dpa

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