Die finnische Luftmobilitätsplattform Lygg plant weitere Strecken in Deutschland. Nach Angaben von Gründer und Vorstandsvorsitzendem Roope Kekäläinen laufen die Pläne getrennt vom Offshore-Markt und folgen voraussichtlich 2028. Lygg schaue dabei auf Ziele, aus denen sich die Lufthansa zurückzieht.
"Wir schauen natürlich auf die Ziele, aus denen sich die Lufthansa zurückzieht", sagte Kekäläinen im Interview mit airliners.de. "Es gibt viele Orte mit großen Unternehmen und starker Wirtschaft, die Verbindungen brauchen." Konkrete Ziele in Deutschland nannte er nicht.
Von Emden aus prüft Lygg nach Angaben Kekäläinens weitere Strecken. Derzeit prüfe das Unternehmen Polen, genauer Stettin. Auch Hamburg liege auf dem Weg und sei daher für eine Anbindung denkbar. Den britischen Markt habe Lygg zudem kontinuierlich im Blick.
Pläne gebe es außerdem für Norwegen, wo Lygg ebenfalls auf viele kurze Bahnen stoßen werde. Auf den Norwegen-Strecken führe das Unternehmen deshalb einen 30-Sitzer ein. Nach Emden fliege wegen der kurzen Bahn weiterhin die Let-410, sagte Kekäläinen. Ein 30-Sitzer komme aber ebenfalls nach Deutschland.
Geplant ist außerdem eine Verbindung von Esbjerg nach Stavanger. Lygg und der Flughafen Esbjerg hatten den Start ursprünglich bereits für Februar angekündigt. Mittelfristig sollen weitere Regionalflughäfen hinzukommen.
Zwei Nordsee-Strecken im Betrieb
Lygg hatte am 27. Oktober die Verbindung zwischen Emden und dem dänischen Esbjerg aufgenommen. Zum Netz gehört zudem die Strecke Esbjerg–Groningen, die seit Anfang August besteht. Die Flüge zwischen Emden und Esbjerg gehen dienstags, mittwochs und donnerstags, je nach Flugplan nonstop oder mit Zwischenstopp in Groningen. Van Air Europe setzt dafür eine Let-410 mit 19 Sitzen ein.
Lygg ist selbst keine Fluggesellschaft und besitzt keine eigenen Flugzeuge. Das Unternehmen bündelt die wiederkehrende Reisenachfrage mehrerer Firmen und lässt die Flüge von zertifizierten Airlines durchführen. Eine neue Strecke startet erst, wenn über Verträge mit Firmenkunden eine Mindestnachfrage gesichert ist. Gegründet haben Lygg der Pilot Kekäläinen und der aus der Finanzbranche kommende Jari-Jussi Viinikkala. Der Sitz ist Vantaa bei Helsinki.
