Der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne ist tot. Er starb in der Nacht auf Montag im Alter von 89 Jahren an seinem Wohnort im schweizerischen Schindellegi, wie sein Konzern "Kühne+Nagel" mitteilte.
Kühne war Verwaltungsratsmitglied und dem Geschäftsbericht zufolge direkt oder indirekt mit rund 55 Prozent Mehrheitsbesitzer des Logistikkonzerns "Kühne+Nagel". Daneben hielt seine Holding rund 20 Prozent an der Lufthansa und rund 30 Prozent an der Reederei Hapag-Lloyd. Hinzu kamen Anteile am Chemielogistiker Brenntag, am Bahn- und Busunternehmen Flix sowie am Hamburger Fußballverein HSV.
"Kühne+Nagel"-Verwaltungsratspräsident Jörg Wolle würdigte Kühne als Visionär: "Mit dem Tod von Klaus-Michael ist ein Visionär, ein großer Unternehmer und eine eindrucksvolle Persönlichkeit von uns gegangen."
Kühne trat der Mitteilung zufolge 1958 in das Familienunternehmen "Kühne+Nagel" ein und wurde 1966 Vorstandsvorsitzender der "Kühne+Nagel" Speditions-Aktiengesellschaft. Ab 1975 amtierte er als Vorstandsvorsitzender der "Kühne+Nagel" International, von 1992 bis 2011 als deren Verwaltungsratspräsident. Seit 2011 hatte er das Amt des Ehrenpräsidenten des Verwaltungsrats inne.
In seinem langjährigen Wirken habe er nicht nur den globalen Handel wegweisend geprägt, sondern auch die moderne Logistik und die Form der heutigen weltweiten Versorgungsketten wesentlich mitgestaltet, hieß es in der Mitteilung weiter.
Kritik am Lufthansa-Management
Als Lufthansa-Großaktionär hatte Kühne wiederholt Kritik am Management und an der Markenpolitik des Konzerns geübt und dabei auch die Strategie sowie den Service der Kernmarke bemängelt.
Kühne wurde 1937 in Hamburg geboren und wanderte Ende der 1960er-Jahre gemeinsam mit seinem Vater in die Schweiz aus. Von Schindellegi im Kanton Schwyz aus steuerte er sein Firmenimperium.
Nach Angaben des "Manager Magazins" war Kühne zehn Tage zuvor von Mallorca an seinen Schweizer Wohnort Schindellegi zurückgekehrt und hatte sich dort in ärztliche Behandlung begeben.
Kühne und seine Ehefrau Christine sind kinderlos. Sein Vermögen bezifferte die "Bilanz" in ihrer jährlich erscheinenden Liste der reichsten Schweizer zuletzt auf 21 bis 22 Milliarden Schweizer Franken (rund 22,4 bis 23,5 Milliarden Euro). Es soll nach seinem Tod an die Kühne-Stiftung übergehen.