Krankheitswelle bei LSG sorgt für Ärger bei Lufthansa-Kunden

Cracker statt Sandwich: Passagiere berichten von unterversorgten Lufthansa-Flügen auf Europa-Strecken. Grund ist das Nichterscheinen von LSG-Mitarbeitern bei der Arbeit, wie Lufthansa nun mitteilt. Besserung ist kurzfristig nicht in Sicht.

Ein Fahrzeug der LSG Sky Chefs. © dpa / Daniel Reinhardt

Lufthansa-Passagiere müssen derzeit mit einem schmaleren Verpflegungsangebot auf Kurz- und Mittelstrecken rechnen. Grund sind Personalengpässe bei der Catering-Tochter LSG Sky Chefs, wie eine Unternehmenssprecherin sagte. In den Produktionsstätten an den Drehkreuzen München und Frankfurt hätten sich überdurchschnittlich viele Mitarbeiter krank gemeldet.

Als Reaktion würden Lufthansa-Verbindungen mit unter drei Stunden Flugzeit nur noch eingeschränkt mit Getränken und Lebensmitteln beladen, sagte ein Lufthansa-Sprecher zu airliners.de. Bei Flügen mit mehr als drei Stunden Flugzeit gebe es hingegen die übliche Versorgung. Man tue alles, um die Engpässe zu überwinden, könne jedoch nicht sagen, wie lange die Probleme noch andauern würden.

Von Passagieren hieß es, dass es in der Economy Klasse beispielsweise keine Heißgetränke sowie Schokoschnitten statt belegte Sandwichs gegeben habe. Auf den Flügen bittet Lufthansa ihre Gäste um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten.

Welle an Krankmeldungen folgt auf Proteste gegen LSG-Verkauf

Die Einschränkungen gelten auch für die Business Class wie Geschäftsreisekunden airliners.de berichteten. Einer zählte dabei Käsebrote und Wasser als einzige Verpflegung auf. Auch sollen die Probleme mindestens schon seit zwei bis drei Wochen bestehen und nicht, wie Lufthansa Passagieren auf Nachfrage schriftlich mitteilt, seit Anfang Juli. In den Schreiben heißt es auch, man gehe davon aus, dass die Probleme bei der LSG noch einige Wochen anhalten würden.

Die große Zahl an Krankmeldungen folgt auf eine Protestwelle unter den 7000 LSG-Mitarbeitern in Deutschland, die sich gegen die beschlossene Herauslösung des Cateres aus der Lufthansa-Gruppe wehren. Der Konzern hat den Geschäftsbereich mit weltweit 35.000 Arbeitsplätzen offiziell zum Verkauf gestellt. Der operative Gewinn der Sparte von zuletzt 115 Millionen Euro genügt nicht mehr den Profitabilitätsansprüchen. Lufthansa-Chef Spohr hat den Schritt unter anderem mit nötigen Investitionen in eine umweltfreundlichere Flotte begründet.

© dpa, Daniel Reinhardt Lesen Sie auch: Belegschaft von LSG Sky Chefs wehrt sich gegen Verkauf

Von: dk

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