Nach mehreren Malariafällen bei Mitarbeitern des Frankfurter Flughafens sind zwei Bewohner des benachbarten Stadtteils Schwanheim an der Infektionskrankheit erkrankt. Das teilte das Frankfurter Gesundheitsamt mit. Beide Betroffenen befinden sich demnach in medizinischer Behandlung.
"Die Infizierten haben keine Auslandsreisen gemacht", sagte der Leiter des Gesundheitsamts, Peter Tinnemann. Auch am Flughafen hätten sie nicht gearbeitet. Wegen der Nähe zum Airport sei dennoch von einer sogenannten Flughafen-Malaria auszugehen. Bürgerinnen und Bürger sollten sich keine Sorgen machen, bei ungewöhnlichen Symptomen aber einen Arzt aufsuchen.
"Dies gilt insbesondere für Menschen, die am oder im Umfeld des Frankfurter Flughafens arbeiten oder sich dort aufhalten beziehungsweise in räumlicher Nähe zum Flughafen wohnen", sagte Tinnemann. Neben Fieber könnten unter anderem Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten.
Sechs Fälle bei Flughafenmitarbeitern schon im Sommer bekannt
Ende August waren insgesamt sechs Malariaerkrankungen bei Mitarbeitern des Flughafens bekanntgeworden. Zwei Beschäftigte waren daran gestorben – einer bereits Anfang Juli, der andere im August. Ursache der Infektionen sollen Mücken aus einem Malariagebiet sein, die mutmaßlich mit dem Flugzeug nach Deutschland kamen.
Bei den neuen Erkrankungen handele es sich wie bei den vorherigen Fällen um Malaria tropica, die gefährlichste Variante der Krankheit, erklärte das Gesundheitsamt. Ob es einen Zusammenhang mit den bereits bekannten Fällen gibt, werde noch untersucht.
Eine Infektion wie die nun aufgetretene bei Anwohnern eines Flughafens ist nach den Worten Tinnemanns in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland nicht bekannt geworden.
Frühzeitige Diagnose wichtig
Malaria ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Mücken übertragen wird. Bei frühzeitiger Diagnose und schnell eingeleiteter Behandlung sei sie gut und vollständig behandelbar, heißt es.
Das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt, die "sehr seltene" Flughafen-Malaria entstehe, wenn eine infektiöse Mücke im Flugzeug oder Gepäck importiert werde. Die Infektion erfolge dann im Flugzeug, am Flughafen oder in dessen unmittelbarer Umgebung.
Ob es sich bei den Erkrankten um Männer oder Frauen handelt, teilte das Frankfurter Gesundheitsamt nicht mit. Es werde noch untersucht, wie es zu den beiden Infektionen gekommen sei. Man gehe aber davon aus, dass eine infizierte Mücke die Ursache ist. Von Mensch zu Mensch werde Malaria nicht übertragen.
Das Frankfurter Gesundheitsamt hat für Bürger eine Hotline eingerichtet, erreichbar unter 069/212-30030. Auch Klinikpersonal in Frankfurt soll darauf hingewiesen werden, bei Patientinnen und Patienten eine mögliche Flughafen-Malaria zu bedenken.