In Kasachstan sind bei einer versuchten Notlandung eines Passagierflugzeugs der Azerbaijan Airlines am Mittwoch Dutzende Menschen ums Leben gekommen, darunter die Piloten.
An Bord der Maschine vom Typ Embraer 190 (4K-AZ65) waren nach Angaben der Airline 62 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder.
32 Menschen hätten den Umfall überlebt, teilten die kasachischen Behörden mit.
Die Maschine mit der Flugnummer J2-8243 war laut Fluggesellschaft auf dem Weg von Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, nach Grosny in der russischen Teilrepublik Tschetschenien.
Sie sei etwa drei Kilometer von dem Flughafen der kasachischen Stadt Aktau entfernt auf freiem Feld abgestürzt.
Staatliche russische Nachrichtenagenturen meldeten, das Flugzeug sei zuvor wegen Nebels in Grosny zunächst nach Machatschkala in Russland umgeleitet worden.
Aktau liegt auf der anderen Seite des Kaspischen Meeres - gegenüber von Aserbaidschan und Russland.
Die Behörden erklärten nicht, warum das Flugzeug das Meer überquert hatte und nicht zum nähesten Flughafen in Russland flog. Der Unfall erfolgte kurz nach Drohnenangriffen in Südrussland.
Angeblich Hinweise auf Vorgelschlag
Nach ersten Informationen von Azerbaijan Airlines soll das Flugzeug vom Typ Embraer 190 in einen Vogelschwarm geraten sein, als es im Landeanflug auf Aktau war, meldete die staatliche aserbaidschanische Nachrichtenagentur Azertag. Die Crew habe eine Notlandung versucht.
Aufsehen erregten Löcher im Flugzeugrumpf, die auf den ersten Blick wie Einschüsse aussehen, allerdings auch als Steinschläge vom Aufprall identifiziert werden können.
Am Wrack der Embraer 190 der Azerbaijan Airlines in der Nähe des Flughafens von Aktau sind zahlreiche Löcher an Höhen- und Seitenleitwerk erkennbar (anklicken für größere Version). © DPA / The Administration of Mangystau Region/AP
Die kasachische Agentur Tengrinews verbreitete ein Video des Unglücks. Es zeigt, wie die Maschine aus geringer Höhe an der Küste des Kaspischen Meeres kurz vor dem Flughafen von Aktau in einer steppenähnlichen Gegend hart auf dem Boden aufprallt und sich in einen Feuerball verwandelt.
Eine andere Videoaufnahme zeigt, wie das Flugzeug beim Aufprall auf den Boden in Flammen aufgeht und dichter schwarzer Rauch aufsteigt. Verletzte Menschen stolpern aus einem noch intakten Teil des Flugzeugrumpfs ins Freie.
Das kasachische Katastrophenschutzministerium teilte mit, die Feuerwehr habe einen Brand gelöscht. Die Überlebenden, darunter auch zwei Kinder, würden in einem nahe gelegenen Krankenhaus behandelt. Die Leichen der Opfer würden geborgen.
In Kasachstan wurde eine Regierungskommission eingerichtet, um den Vorfall zu untersuchen. Ihre Mitglieder hätten den Auftrag erhalten, zum Unglücksort zu fliegen und dafür zu sorgen, dass die Familien der Toten und Verletzten die nötige Hilfe bekämen.
Die kasachische Regierung teilte weiter mit, sie werde bei den Ermittlungen zum Absturz der Maschine mit Aserbaidschan zusammenarbeiten.
Flightradar 24 zeigt für das Flugzeug vor dem Unfall stark schwankende Höhen- und Geschwindigkeitsdaten. Das liegt aber laut Beobachtern allerdings wahrscheinlich an GPS-Störungen in der Region.