Führende amerikanische und internationale Fluggesellschaften haben die US-Gesundheitsbehörde CDC aufgefordert, die neuen Ebola-Einreiseregeln zu überdenken. Ab dem 4. November müssen alle Einreisenden in die USA bestätigen, dass sie in den 21 Tagen zuvor nicht in der Demokratischen Republik Kongo waren. Die Regeln sollen verhindern, dass das Ebolavirus in die USA eingeschleppt wird.
Das geht aus bisher unveröffentlichten Briefen der Verbände IATA und Airlines for America hervor. Die IATA kritisierte die kurze Frist bis zum Inkrafttreten am Dienstag. "Es ist unzumutbar, dass die US-Regierung von allen Fluggesellschaften, die den US-Markt bedienen, verlangt, ihre Verfahren in weniger als zwei Wochen zu ändern, um von jeder einzelnen Person, die in die USA fliegt (Passagiere und Besatzung), eine Bescheinigung einzuholen", hieß es in dem IATA-Schreiben.
Die Umsetzung liegt nach Angaben der CDC bei den Fluggesellschaften. Sie müssen sicherstellen, dass die Erklärung vorliegt, so wie sie auch eine gültige Einreisegenehmigung Esta oder ein gültiges Visum vor dem Boarding prüfen müssen.
Die Behörde empfahl den Airlines, die Abgabe der Erklärung in den Online-Check-in zu integrieren, damit Passagiere sie dort erledigen können. Alternativ soll die Bestätigung spätestens beim Boarding eingeholt werden. Die CDC stellte klar, Passagiere ohne Erklärung dürften nicht an Bord eines Flugs in die USA gehen.
Gilt für alle Reisenden
Die Anordnung gilt nach Angaben der CDC für alle, die aus dem Ausland in die USA fliegen, unabhängig von Nationalität und Abflugort. Die Pflicht greift für alle Flüge, die ab 23:59 Uhr Eastern Standard Time am 3. November abheben. In Deutschland ist es dann bereits 5:59 Uhr am 4. November.
Die CDC hatte Ende Oktober in Telefonkonferenzen mit großen amerikanischen und ausländischen Fluggesellschaften erläutert, wie diese die neuen Anforderungen erfüllen sollen. Seit Jahresbeginn dürfen ausländische Staatsangehörige nicht in die USA einreisen, wenn sie sich in den vorangegangenen drei Wochen in Uganda oder im Südsudan aufgehalten haben. Im Juli waren diese Beschränkungen auch auf US-Bürger ausgeweitet worden.
Der Bundibugyo-Stamm des Ebolavirus hatte sich monatelang unbemerkt verbreitet, bevor der Ausbruch im Mai gemeldet wurde. Er führt bei etwa der Hälfte der Infizierten zum Tod. Eine zugelassene Behandlung oder einen Impfstoff gibt es nicht.
