Condor arbeitet an Vielfliegerprogramm Stripes – Start noch offen, © Condor
Airbus A321 Neo von Condor beim Start. © Condor
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Condor plant ein eigenes Vielfliegerprogramm unter dem Namen Stripes. Das hat die deutsche Airline auf Anfrage von airliners.de bestätigt.

Demnach prüft Condor "verschiedene Vielfliegerkonzepte", darunter ein mögliches Loyalty-Programm unter dem Namen Stripes. Einen konkreten Starttermin nannte Condor nicht.

Auslöser der Anfrage waren Teilnahmebedingungen, die kurzzeitig auf der Condor-Website abrufbar waren. Über das neun Seiten umfassende Dokument hatte zunächst "Travel-Dealz" berichtet. Mittlerweile ist es wieder offline – ebenso wie die Seite "condor.com/stripes", die inzwischen eine Fehlermeldung anzeigt.

Die Teilnahmebedingungen deuten darauf hin, dass der Programmstart ursprünglich für Anfang März geplant war – verbunden mit einer Sonderaktion, bei der Silver-Status bereits nach fünf Condor-Flügen erreichbar gewesen wäre. Diese Aktion ist nicht gestartet.

Condor erklärte dazu gegenüber airliners.de, die zeitweilig online auffindbaren Teilnahmebedingungen seien "Teil dieser Konzeptprüfung" und bedeuteten "derzeit noch keine Einführung eines Loyalty Programms". Die Formulierung wirft allerdings Fragen auf: Ausgearbeitete, datierte Teilnahmebedingungen mit konkreten Statusaktionen und Flugnummernbereichen entsprechen üblicherweise nicht dem Entwicklungsstand einer frühen Konzeptphase, sondern entstehen kurz vor einem tatsächlichen Marktlaunch.

Statusprogramm statt klassisches Meilenprogramm

Aus dem Inhalt der Bedingungen gehen vor allem Statusbedingungen hervor. Konkrete Hinweise auf eine eigene Meilenwährung oder Prämienflüge fanden sich in dem Dokument nicht. Vorgesehen sind dafür zwei Statusstufen: Silver und Gold.

Meilen beziehungsweise Statuspunkte sollen demnach ausschließlich für Flüge vergeben werden, die Condor selbst durchführt – und nur auf Flugnummern im Bereich DE0001 bis DE2999 sowie DE4000 bis DE4499. Flüge der Schwesterairline Marabu, Codeshare-Verbindungen sowie Flüge über Partner-Airlines wären damit von der Statuswertung ausgenommen.

Ungewöhnlich streng ist die vorgesehene Regelung zur Mitgliedsnummer: Diese muss laut Bedingungen spätestens 48 Stunden vor dem Abflug in der Buchung eingetragen sein. Für Upgrades in Premium oder Business Class sollen keine zusätzlichen Statuspunkte für die höher gebuchte Klasse anfallen. Eine Kombination des Programms mit den bestehenden Condor Cards ist demnach ausdrücklich nicht vorgesehen.

Strategisch längst überfällig

Für Condor wäre ein eigenes Loyalty-Programm ein logischer nächster Schritt in der laufenden Transformation vom Ferienflieger zur Netzwerkairline. Die Airline baut seit dem Einstieg des Finanzinvestors Attestor ein eigenes Zubringernetz rund um Frankfurt auf und bedient mittlerweile mehrere europäische Städteziele. Für diese Positionierung – die auch Geschäftsreisende ansprechen soll – fehlt Condor bislang ein eigenes Kundenbindungsinstrument.

Den Namen Stripes hatte Condor bereits im Januar 2025 als EU-Marke für "Kundenbindungs-, Anreiz- und Treueprogramme" angemeldet.

Ein eigenes Programm wäre zudem durchaus Voraussetzung für einen möglichen Allianz-Beitritt, den Gerber wiederholt als Option genannt hat.

Seit dem Ende der "Miles & More"-Partnerschaft 2021 kooperiert Condor im Loyalty-Bereich mit externen Programmen. Aktuell können Passagiere auf Condor-Flügen Meilen bei Alaska Airlines und Jetblue sammeln. Die Kooperation mit Emirates Skywards wurde zum 1. Mai für das Sammeln von Meilen eingestellt und neu ausgerichtet. Zuletzt hatte Condor auf der IATA-Jahreshauptversammlung eine erweiterte Loyalty-Vereinbarung mit Etihad Guest unterzeichnet, die Mitgliedern das Einlösen von Meilen im gesamten Condor-Streckennetz ermöglicht.

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