Schallschutz für BER-Anwohner kommt weiter nur langsam voran

26.01.2015 - 10:35 0 Kommentare

Im Frühling soll die Sanierung der alten Start- und Landebahn für den neuen Hauptstadtflughafen BER beginnen. Der Schallschutz für die Anwohner kommt aber weiter nur schleppend voran.

Ein Flugzeug startet auf der Nordbahn des Flughafens in Berlin-Schönefeld. - © © dpa - Bernd Settnik

Ein Flugzeug startet auf der Nordbahn des Flughafens in Berlin-Schönefeld. © dpa /Bernd Settnik

Der Schallschutz am neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld bei Berlin ist weiter unvollständig - und wird es wohl auch noch auf Jahre bleiben. Das geht aus einer Antwort von Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (parteilos) auf eine parlamentarische Anfrage der CDU-Fraktion im Potsdamer Landtag hervor.

Danach wurden laut Auskunft der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) bis Ende November 2014 für knapp 19.400 Wohneinheiten Anträge auf Lärmschutzmaßnahmen gestellt. Die FBB geht aber von insgesamt 25.500 anspruchsberechtigten Haushalten aus.

Kostenerstattungsvereinbarungen beziehungsweise Anspruchsermittlungen wurden laut FBB jedoch erst an rund 11.300 Haushalte versandt. Damit können Anwohner nun Arbeiten für den Schallschutz in Auftrag geben. Für knapp 5000 Gebäude seien bei der FBB Anträge auf Entschädigung für Nutzungsbeeinträchtigungen im Außenwohnbereich gestellt worden, hieß es weiter. Außerdem wurde in 517 Fällen Beschwerde gegen Schallschutz-Bescheide eingelegt. 52,8 Millionen Euro wurden nach Angaben des Infrastrukturministeriums bislang für Leistungen nach dem Schallschutzprogramm ausgezahlt.

Flugverkehr soll über Südbahn geleitet werden

Auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens soll im Frühling die Sanierung der alten Nordbahn beginnen. Während der sechsmonatigen Bauphase wird der Flugverkehr auf dem alten Flughafen Schönefeld über die neue Südbahn geleitet. Voraussetzung dafür ist, dass die Schallschutzauflagen für die dann betroffenen rund 4300 Anwohner erfüllt sind.

© airliners.de, Gunnar Kruse Lesen Sie auch: BER soll spätestens Ende 2017 eröffnet werden

Auf die Frage, zu welchem Termin nach Einschätzung der Landesregierung ein vollständiger Schutz vor Fluglärm für die Anwohner gegeben sein werde, antwortete Ministerin Schneider: Laut FBB solle die Versendung der Anspruchsermittlungen, soweit Anträge vorlägen und rechtzeitig eingereicht würden, bis Ende 2015 abgeschlossen sein. Da Anträge auf Schallschutz bis fünf Jahre nach Inbetriebnahme des BER gestellt werden könnten, sei eine Aussage «über den endgültigen Abschluss des Schallschutzprogramms» nicht möglich.

Von: dpa
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